• Fortbildungplätze für Erzieher verdoppelt Konsequenz aus schlechten Sprachkenntnissen der Vorschüler

Berlin : Fortbildungplätze für Erzieher verdoppelt Konsequenz aus schlechten Sprachkenntnissen der Vorschüler

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Mit einer Verdoppelung der Fortbildungskapazitäten für Erzieher reagiert Bildungssenator Klaus Böger (SPD) auf die Sprachdefizite der Vorschüler. Künftig soll es 2000 Plätze pro Jahr für Kurse im Bereich „Sprache – Bildung – Übergang in die Grundschule“ geben, kündigte er gestern im Abgeordnetenhaus an. Anlass der Aktuellen Stunde war das schlechte Abschneiden von 10 000 Fünf- bis Sechsjährigen bei der jüngsten Sprachuntersuchung in den Innenstadtbezirken. Der Sprachtest soll künftig schon bei den Vierjährigen angewandt werden.

Auch in den Schulen soll der Umgang mit der deutschen Sprache gestärkt werden. Vom Sommer an wird es deshalb in den zweiten Klassen eine zusätzliche Unterrichtsstunde zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenz geben. Eine Absage erteilte Böger der Forderung des FU-Professors Jörg Ramseger, ausländische Erstklässler zunächst in ihrer Muttersprache zu alphabetisieren. Dieser Weg sei „lebensfremd“, da man die Schüler nach Herkunft aufteilen müsse. Felicitas Tesch (SPD) ergänzte, es sei „sprachwissenschaftlich nicht haltbar“, dass eine neue Sprache nur über das System der Muttersprache zu erwerben sei.

Scharfe Kritik übte die Opposition an der geplanten Streichung von 1100 Erzieherstellen. „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Erzieher“, forderte CDU-Redner Sascha Steuer. Özcan Mutlu (Bündnisgrüne) nannte die Stellenkürzung „verantwortungslos und schädlich“. Mieke Senftleben (FDP) schlug vor, den Kitas Mentoren zu finanzieren, die sich einige Stunden pro Woche zusammen mit den Erziehern in kleinen Gruppen mit den Kindern beschäftigen. Angesichts der großen Deutschdefizite bei deutschen und ausländischen Kindern rät sie davon ab, schon jetzt flächendeckend mit dem Fremdsprachenunterricht ab Klasse 3 zu beginnen. Margrit Barth (PDS) gab zu, dass die Sparmaßnahmen im Kitabereich den Ruf nach Reformen „zu konterkarieren scheinen“. Sie plädiere deshalb für Ausgleich durch Entlastung von Verwaltungsarbeit und für differenziertes Vorgehen je nach sozialer Ausgangslage der jeweiligen Kita.sve

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