Berlin : Forum Steglitz putzt sich heraus

Immer mehr Bauprojekte in der Schloßstraße

Cay Dobberke

Die Umgestaltung der Steglitzer Schloßstraße geht weiter: Nachdem im September der Grundstein für das Center „Schloßgalerie“ am Alten Rathaus Steglitz gelegt worden war, beginnt im Januar der Umbau des Forums Steglitz am Walther-Schreiber-Platz. Bis zum Frühjahr 2006 will dessen britische Eigentümerfirma 35 Millionen Euro in Modernisierungen investieren. Auch in anderen Teilen der Einkaufsstraße sind Neu- und Umbauten geplant.

Der Supermarkt im Untergeschoss des Forums öffnet am 31. Dezember zum letzten Mal. Verschwunden sind bereits einige Stände des täglichen Marktes im Erdgeschoss. Die übrigen Händler des Marktes können bis März bleiben und sollen dann ins Untergeschoss ziehen. Zwischendurch wird es laut Centermanager Heiner Hutmacher „wenige Wochen lang“ eine Verkaufsunterbrechung geben. Von zuletzt 13 Anbietern wollen nach seiner Kenntnis acht bis zehn umziehen. Die anderen gaben, zum Teil aus Altersgründen, auf. Dem Vernehmen nach waren manche aber auch unzufrieden damit, dass es künftig kaum noch Stände geben wird: Lebensmittelhändler sollen in Ladenräume ziehen, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden.

Die Verkaufsfläche auf den fünf Etagen im Forum wächst von 27 000 auf 33 000 Quadratmeter. Das 1970 eröffnete Haus ist nach dem Europa-Center das zweitälteste Einkaufszentrum Berlins. Der Betrieb geht trotz des Umbaus weiter. Die mehr als 60 Läden müssen nur mit kurzzeitigen Teilsperrungen ihrer Räume rechnen. Dass das Musikgeschäft „Wom“im Herbst schloss, hat andere Gründe: Karstadt gab in diesem Jahr fast alle Wom-Läden auf.

Die Eröffnung der „Schloßgalerie“ neben dem Rathaus-Altbau ist ebenfalls für das Frühjahr 2006 geplant, derzeit werden die Fundamente gelegt. Hinter dem 200 Millionen Euro teuren Vorhaben steht die Firma H.F.S., die auch die Neuköllner Gropius-Passagen betreibt. Das neue Center soll rund 90 Geschäfte aufnehmen. Dazu kommen Lokale, Freizeitangebote und die Stadtbibliothek, deren Altbau nebenan schon abgerissen wurde.

Auch das leer stehende frühere Hertie- Kaufhaus an der Ecke Bundesallee soll einem weiteren Center weichen. Noch hat das zuständige Bezirksamt Schöneberg aber Bedenken gegen die Baudichte. Gegenüber am Walther-Schreiber-Platz schließt am morgigen Freitag das insolvente Modegeschäft Ebbinghaus. Das Gebäude gehört der Familie Mösch („Lichthaus Mösch“), die einen Umbau plant.

Offen ist noch die Zukunft des Steglitzer Kreisels. Wegen der Asbestbelastung muss das Hochhaus saniert oder abgerissen werden. Im Januar will sich das Abgeordnetenhaus damit befassen.

Die Schloßstraße selbst soll breitere Gehwege erhalten und etwas vom Verkehr entlastet werden. Ein Steglitzer Sonderausschuss sprach sich für Bus- und Lkw-Spuren aus. Für den übrigen Verkehr bliebe eine Spur pro Richtung. Wegen Geldmangels „gibt es dafür bisher keinen Zeitplan“, sagte gestern SPD-Baustadtrat Uwe Stäglin.

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