Fragenkatalog : Integrationssenatorin kritisiert Einbürgerungstest

Heidi Knake-Werner, Integrationssenatorin von Berlin, hält einen bundesweiten Einbürgerungstest nicht für ausländerfreundlich. Sie fordert zudem die Einführung einer doppelten Staatsbürgerschaft.

BerlinBerlins Integrations-Senatorin Heidi Knake-Werner (Linke) hält die bundesweit einheitlichen Einbürgerungstests für Ausländer für "ungeeignet, die Einbürgerung zu fördern". Demokratische Bildung sei eine unabdingbare Voraussetzung für volle gesellschaftliche Teilhabe. "Tests dieser Art bauen eher Hürden auf", sagte die Senatorin.

Knake-Werner plädierte stattdessen für eine "ermutigende Einbürgerungspolitik" und verwies auf die Einbürgerungszahlen in der Hauptstadt. Während Einbürgerungen bundesweit zurückgingen - von knapp 187.000 im Jahr 2000 auf 113.000 letztes Jahr -, stiegen sie in Berlin an. Im vergangenen Jahr hätten über 7700 Berliner einen deutschen Pass erhalten. Im Jahr 2000 seien es 6500 gewesen.

Jugendliche sollten nicht entscheiden müssen

Außerdem fordert Knake-Werner die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft. Jugendliche, die in Deutschland geboren und mit beiden Pässen ausgestattet seien, dürften nicht gezwungen werden, zwischen dem Herkunftsland der Eltern und dem eigenen Geburtsland zu entscheiden.

Das Bundesinnenministerium hatte am Montag einen Katalog mit 310 Fragen zu Geschichte, Politik und Gesellschaft veröffentlicht, die ab 1. September Teil von Tests für Einbürgerungswillige werden können. Den Bewerbern soll dabei eine Auswahl von 33 Fragen vorgelegt werden, von denen sie binnen einer Stunde 17 richtig beantworten müssen. (nal/ddp)

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