Frankfurt/Oder : Durch Fenstersturz verletzter Kenianer darf bleiben

Der Kenianer, der sich aus Angst vor seiner Abschiebung aus dem Fenster der Ausländerbehörde Frankfurt gestürzt hatte und seitdem querschnittsgelähmt ist, darf nun "aus humanitären Gründen" in Deutschland bleiben.

Frankfurt (Oder) - Der aus Angst vor Abschiebung aus einem geschlossenen Fenster der Ausländerbehörde Frankfurt (Oder) gesprungene Ausländer darf in der Stadt bleiben. Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) erteilte dem 30-Jährigen, der in Folge des Sprungs querschnittsgelähmt ist, zunächst eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen. Ein Stadtsprecher bestätigte am Freitag Medienberichte vom selben Tag.

Der Ausländerbeirat forderte in einem offenen Brief, die Umstände des tragischen Unglücks lückenlos zu klären. Der Mann wollte eine Frankfurterin heiraten, sollte aber in der vergangenen Woche abgeschoben werden.

Den Angaben zufolge war der Kenianer 1998 über Frankfurt/Main nach Deutschland eingereist. Im Jahr 2002 wurde der Asylantrag des Mannes abgelehnt. Da seine Identität nicht zweifelsfrei geklärt war, durfte der Ausländer zunächst bleiben. Seinen Pass soll er den Behörden erst vorgelegt haben, als es um die Hochzeit ging. Der Stadtsprecher sagte, der Pass des Mannes sei zehn Jahre alt und im Jahr 2004 von der kenianischen Botschaft in Berlin verlängert worden.

Der Ausländerbeirat kritisierte, dass dem Standesamt eine schriftliche Bestätigung der Gültigkeit des Passes fehlte, obwohl die Ausländerbehörde diesen bereits als gültig anerkannt hatte. «Die Ausländerbehörde wiederum wusste von der Verlobung, trieb aber die Abschiebung weiter voran», heißt es in dem Brief. (tso/dpa)

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