Berlin : Frau brutal zugerichtet: Haftstrafen

Sieben Monate nach der brutalen Misshandlung einer obdachlosen Frau hat das Landgericht den 40-jährigen Vladimir R. zu sieben Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Gegen einen 36-jährigen Mittäter ergingen am Freitag drei Jahre und zehn Monate Gefängnis. Beide hätten sich an der Frau sexuell vergangen, beide hätten zugeschlagen, sie übel zugerichtet. „Der Angeklagte R. war der Brutalere“, hieß es im Urteil. Er habe die Frau bei dem Übergriff in einem leer stehenden Haus in der Rostocker Straße in Moabit lebensbedrohlich gewürgt und mehrfach gegen ihren Kopf getreten.

Die 33-jährige gelernte Erzieherin hatte ihre Bleibe verloren und in dem Haus Schutz für ein paar Nächte gesucht. In der Nacht zum 26. Januar traten die Angeklagten die Tür ein. Sie habe den Männern Geld angeboten, damit sie sie in Ruhe lassen – denen aber sei es um Gewalt gegangen, sagte die Frau. „Sie hatten Freude am Quälen, am Erniedrigen, sie wollten mich töten“, sagte sie im Prozess. Ein weiterer Mann ohne festen Wohnsitz war auf ihr Martyrium zufällig aufmerksam geworden und hatte die Polizei alarmiert. Mit etwa 40 Hämatomen am ganzen Körper kam die Frau in eine Klinik. Die Täter wurden am Tatort gefasst.

Die Männer aus Litauen und Lettland, die eigentlich am nächsten Morgen nach London weiterreisen wollten, konnten den brutalen Übergriff nicht leugnen. Die Vorwürfe sexueller Gewalt aber waren umstritten. Die 33-jährige Frau mit einer psychischen Erkrankung wurde von Experten auf ihre Glaubhaftigkeit hin geprüft. Die Richter schlossen sich schließlich deren Gutachten an und folgten den Angaben der Frau. Die Anklage hatte Haftstrafen von fünf und neun Jahren gefordert. K.G.

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