Berlin : Frau tötete ihren Ehemann und sprang in Landwehrkanal

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Der Ehekrach morgens um fünf wurde so lautstark ausgetragen, dass noch im Häuserblock gegenüber die Mieter aufwachten. Um kurz vor sechs am Dienstagmorgen rannte dann eine junge Frau schreiend und blutverschmiert aus ihrem Haus in der Kreuzberger FranzKünstler- Straße. An Hand der zahlreichen Blutstropfen konnte die Kripo ihren Weg später verfolgen – sie lief zunächst in die Alte Jakobstraße und dann über die Gitschiner Straße zum Landwehrkanal. Dort hinein sprang die 30-jährige Jana G. von der Zossener Brücke. Ein Zeuge rief die Feuerwehr, diese holte die Frau aus dem Wasser. Ihre Stichverletzungen in der Brust waren nicht lebensgefährlich. Sie kam ins Urbankrankenhaus.

Als die Polizei später zu Jana G.’s Wohnung fuhr, waren ihre Kollegen schon da – wegen eines Tötungsdeliktes. Denn fünf Minuten nach ihrer Flucht hatten die ebenfalls in der Wohnung lebenden Großeltern die Leiche von Jana G.’s Ehemann Jakov gefunden – und sofort die Feuerwehr alarmiert. Bei der Tat selbst sollen weder die Großeltern noch die Kinder von Jana und Jakov Zeuge gewesen sein. Wie es bei der 8. Mordkommission hieß, habe Jana G. ihren Mann mit mehreren Messerstichen in den Hals umgebracht – allerdings trug die Kriminalpolizei auch eine blutverschmierte Hantel aus der Wohnung.

Mit mehreren Generationen lebte die aus Kroatien stammende Familie G. in der Drei-Zimmer-Wohnung. Der Senior der Familie, Rako G., war in den Häuserblöcken aus den 60er-Jahren gut bekannt, weil er mit ausgedienten und kaputten Fernsehgeräten handelte. Dies berichteten mehrere Nachbarn und die Hauswartsfrau Gabriele Kotzan. Die Familie hätte seit vielen Jahren dort gewohnt, der Polizei ist sie zuvor nie aufgefallen.

„Es war die verdammt große Liebe“, berichtete ein junger Kroate, nach seinen Worten ein Cousin, über das Paar Jana und Jakov – kein Wort von vorangegangenen Streitigkeiten. Sie seien gerade aus dem Urlaub in Kroatien zurückgekehrt. Über die Motive der tödlichen Auseinandersetzung konnte die Polizei gestern nichts sagen – die Frau sei vermutlich psychisch krank, hieß es. Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt, ob die Frau in die Psychiatrie eingewiesen werden soll. Die Nachbarn hatten den Anlass für den lautstarken Streit nicht verstanden, weil auf kroatisch geschrien wurde. Ha

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