Berlin : Frau zwischen Tram und Bordstein eingeklemmt

Radfahrerin war zuvor auf Schienen gestürzt. Sie liegt mit Beinverletzungen in der Klinik

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Eine Frau ist am Donnerstag in Prenzlauer Berg zwischen eine Tram und einen Bordstein geraten und dabei schwer verletzt worden. Erst vor einer Woche war ein Fahrradfahrer bei einem Tram-Unfall ums Leben gekommen.

Die 31-jährige Frau war gegen 19.15 Uhr mit ihrem Fahrrad auf der Pappelallee in Richtung Danziger Straße unterwegs. Sie geriet mit ihrem Rad in die Straßenbahnschienen und stürzte, wurde jedoch nicht verletzt. Nachdem sie sich wieder aufgerappelt hatte, bemerkte sie, dass ihr Fahrradschloss fehlte und lief nach ersten Erkenntnissen der Polizei ohne auf den Verkehr zu achten, zurück auf die Fahrbahn – direkt vor die einfahrende Straßenbahn der Linie 12, die in Richtung S-Bahnhof Nordbahnhof unterwegs war. Dabei geriet sie mit ihrem linken Bein zwischen die Straßenbahn und den an der Haltestelle erhöhten Bordstein.

Zeugen riefen die Feuerwehr. Die Frau wurde mit schweren Verletzungen am Bein in ein Krankenhaus gebracht. Während des Rettungseinsatzes war der Straßenbahnverkehr in Richtung S-Bahnhof Nordbahnhof für etwa 20 Minuten unterbrochen. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

Erst am vorigen Sonnabend war ein 29-Jähriger in Prenzlauer Berg nach einem Unfall mit einer Straßenbahn getötet worden. Er wurde auf der Otto-Braun- Straße Höhe Mendelssohnstraße von einer Bahn der Linie M4 erfasst, die stadtauswärts fuhr. Die Ermittler vermuten, dass der Radfahrer nicht auf den Schienenverkehr geachtet und die herannahende Tram nicht gehört hatte. Der Mann war das fünfte Opfer, das in diesem Jahr bei Unfällen mit Straßenbahnen getötet wurde.

Die BVG ist nach eigenen Angaben ständig bemüht, Unfällen aller Art vorzubeugen. Straßenbahnen würden häufig von Fußgängern unterschätzt, vor allem die Geschwindigkeit. Zudem bemängeln Verkehrsteilnehmer oft, dass die Tram zu leise sei und man sie oft überhören könne. Zwar sind die Bahnen lauter als Autos – jedoch vibrieren die Schienen nicht mehr so stark. Um die Sicherheit zu erhöhen, fahren die Berliner Straßenbahnen beispielsweise schon seit 1994 zur besseren Sichtbarkeit auch am Tage mit Licht. Zudem versuchten die Fahrer mit der Glocke zu warnen, wenn sie sehen, dass ein Fußgänger die Gleise unmittelbar vor der Bahn überqueren will oder zu dicht am Gleis steht.Tanja Buntrock

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