• Freibad Halensee droht Millionenstrafe Wegen des schmutzigen Wassers könnte die EU Zwangsgeld fordern

Berlin : Freibad Halensee droht Millionenstrafe Wegen des schmutzigen Wassers könnte die EU Zwangsgeld fordern

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Eine weitere Saison im Freibad Halensee kann Berlin teuer zu stehen kommen. Das befürchtet das Landesamt für Arbeits und Gesundheitsschutz (LaGetSi), nachdem die Bäderbetriebe angekündigt hatten, die Anlage trotz schlechter Wasserqualität wieder am 17. Mai zu öffnen. Wegen der regelmäßigen Überschreitungen der EU-Grenzwerte für bakterielle Belastungen drohen laut Landesamts-Sprecher Robert Rath jedoch Zwangsgelder „in mehrstelliger Millionenhöhe“. Die Probleme mit dem Halensee seien seit vielen Jahren bekannt und nach Brüssel gemeldet worden. Die EU-Kommission werde „nachhaltige Verstöße“ gegen ihre Richtlinien für Badestellen bald nicht mehr nur mit Rügen ahnden.

Im vorigen Sommer seien zwar keine Badeverbote verhängt, aber „fast durchgehend“ zu hohe Verunreinigungen im See gemessen worden, sagte Rath. Die Hauptursache sei die „Kessellage“: Dem Gewässer fehlten Abflüsse. Die Verunreinigungen stammten zum Teil von der nahen Stadtautobahn. Zwar solle in diesem Jahr der Bau einer Filteranlage für die Regenwasser-Zuleitungen beginnen, doch werde dies höchstens langfristig zu einer Besserung führen.

Die Senatsgesundheitsverwaltung und das Bezirksamt haben das Bad bereits offiziell bei der EU abgemeldet. Für eine neue Saison müsse man es wieder anmelden und riskiere damit die Zwangsgelder, warnt das LaGetSi. Doch die Bäderbetriebe sehen sich gesetzlich verpflichtet, den Betrieb fortzuführen. „Wir haben keine Weisung bekommen, das Bad zu schließen“, sagte Sprecher Hans-Joachim Munte. Das Landesunternehmen hat die ganze Anlage langfristig an den dortigen Gastronomie-Betreiber verpachtet.

Nun kommt es auf Sportsenator Klaus Böger (SPD) an, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Bäderbetriebe ist. Für Böger habe die „Gesundheit der Badegäste Vorrang“, sagte sein Sprecher Thomas John. Auch drohende Sanktionen der EU könnten zur Schließung führen. Man müsse aber erst einmal „die neuen Messwerte abwarten“. CD

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