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Freibad Lübars : Ertrunkenes Mädchen kam aus Polen

Ein 13-jähriges Mädchen ist am Sonnabend im Freibad Lübars ertrunken. Rettungskräfte konnten es nach einer halben Stunde unter Wasser bergen. Doch die Hilfe kam zu spät. Jetzt wurde bekannt: Das Mädchen kam aus Polen und besuchte Freunde in Berlin.

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Rettungskräfte suchen nach nach dem Mädchen, die Badegäste schauen bangend zu.
Rettungskräfte suchen nach nach dem Mädchen, die Badegäste schauen bangend zu.Foto: Markus Mechnich

Ein dreizehnjähriges Mädchen ist am Sonnabendnachmittag bei einem Badeunfall im Freibad Lübars ums Leben gekommen. Nach ersten Ermittlungen war das Kind bis zu dreißig Minuten unter Wasser geraten, bevor es geborgen werden konnte. Taucher holten die 13-Jährige vom Grund des Gewässers, Notärzte bemühten sich, sie zu reanimieren. Schließlich wurde sie noch ins Virchow-Klinikum der Charité gebracht, wo sie am Abend verstarb.

Nach Auskunft seiner Familie konnte das Mädchen nicht schwimmen. Es stammt aus Polen und war mit seinen Eltern während der Ferien zu Besuch bei polnischen Freunden in Berlin. Zum Strandbad am Lübarser Ziegeleisee war es mit etlichen Familienangehörigen gefahren. Beim Rutschen von der etwa drei Meter hohen Bahn geschah dann das Unglück: Zweimal war die Rutschpartie zuvor gut gegangen, ein Cousin hielt nach dem Kind Ausschau, er sei von der Familie beauftragt worden, auf das Mädchen zu achten, heißt es. Beim dritten Mal tauchte seine Schutzbefohlene aber nicht mehr auf. Andere Kinder suchten vergeblich nach dem Mädchen und schlugen dann Alarm. Was die Familie, die Bademeister und andere Gäste danach unternahmen, war zunächst unklar. Der private Betreiber des Bades wollte sich vorerst zu dem Unglück nicht äußern. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat dort keine Wasserrettungsstation.

Die Feuerwehr wurde um 15.59 alarmiert. Mehrere Taucher kamen zum Einsatz. Sie entdeckten das Kind schließlich in etwa acht Metern Tiefe unmittelbar in der Nähe der stark genutzten Rutsche. Offenbar fällt der See schon dort steil ab. Die Mutter des Mädchens erlitt einen schweren Schock, sie brach im Bad zusammen. Die Familie wurde von Seelsorgern betreut.

Ein Kind kann nach Auskunft eines DLRG-Experten in der Regel kaum mehr als vier Minuten unter Wasser überleben, nur in sehr kalten Gewässern verlängere sich die Chance auf zehn Minuten. Der Sandstrand des traditionsreichen Freibades Lübars liegt am Rande der mit Grundwasser vollgelaufenen einstigen Tongrube der alten Ziegelei des Ortes. Es wird von den Berliner Bäderbetrieben seit vielen Jahren an einen privaten Betreiber verpachtet.

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