Berlin : Freie Bahn für Martin Lindner Berliner Liberale einig über künftige Chefposten

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Der Berliner FDP hat offenbar einen schmerzfreien Führungswechsel vor sich. Drei Wochen vor dem Parteitag am 2. März ist der Bundestagsabgeordnete Martin Lindner einziger Kandidat für den Landesvorsitz. Mieke Senftleben, ehemaliges Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, und der Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann wollen wieder in den Vorstand, aber nicht gegen Lindner als Frontmann kandidieren. Der amtierende Vorsitzende Christoph Meyer tritt nicht mehr an. Unter seiner Führung hatte die FDP bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September 2011 nur 1,8 Prozent der Stimmen bekommen.

Lindner befindet sich derzeit auf einer Art Wahlkampftour durch Bezirksverbände und liberale Vereinigungen. Am Mittwochabend warb er bei einem Treffen der Jungen Liberalen (Julis) für einen Neuanfang in der außerparlamentarischen Opposition. Im Abgeordnetenhaus finde sich „kein Partner für das Bürgertum in dieser Stadt“ mehr, sagte Lindner – die CDU gilt bei ihm als links. Aufgabe der FDP sei es, in der Wirtschafts-, der Sozial- und der Bildungspolitik „zugespitzte Formulierungen“ zu entwickeln. So könne die Partei zum Beispiel ihre Forderung nach Vorklassen außerhalb des Parlaments kampagnenartig vertreten und womöglich sogar ein Volksbegehren beginnen. Wichtig sei, dass man „inhaltlich solide“ und dem „Freiheits-Thema“ treu bleibe, sagte Lindner und hatte den Beifall der Julis an diesem Abend sicher.

Der frühere FDP- Fraktionschef im Abgeordnetenhaus gilt mit seiner Neigung zu strammen Thesen und seiner Freude am klaren Wort nicht nur bei den Julis als profiliertester Mann für den Neubeginn – zumal er den Konsens mit anderen Vorständen sucht. So sagte Lindner am Mittwochabend, er wolle Senftleben als Stellvertreterin und Lindemann wieder als Schatzmeister.

Lindemann steht zur Verfügung, und Senftleben sagt: „Wir müssen nach außen ein vernünftigesTeam darstellen.“ Das soll der neue Vorstand mit Lindner leisten. So wollen die Liberalen Anfang März, beim ersten großen Treffen nach dem September-Desaster, das sie auch aus sämtlichen Bezirksverordnetenversammlungen katapultiert hat, Aufbruchstimmung erleben. Das haben sie nötig, denn die Partei leidet an Auszehrung: In den vergangenen dreizehn Monaten sank die Zahl der Mitglieder von 3327 auf 2990. wvb.

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