Freie Universität : Polizei räumt Hörsaal

An der Freien Universität Berlin ist am Sonntagmorgen ein während der bundesweiten Studentenproteste im November besetzter Hörsaal geräumt worden. Zehn Studenten wurden vorübergehend festgenommen.

Die zehn Studenten hatten sich geweigert, den Hörsaal in der „Rost- und Silberlaube“ in Dahlem zu verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte. Eine Person hatte sich angekettet, dann aber freiwillig die Kette abgelegt. Die Studenten seien dann aus dem Saal geleitet und teilweise getragen worden. Gegen sie werde Strafanzeige wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte gestellt.

Die Entscheidung der Uni-Leitung, den Hörsaal räumen zu lassen offenbare, „wie wenig ihr an studentischem und gesellschaftlichem Engagement gelegen ist“, kritisierte der AStA-Referent für Hochschulpolitik, Elias Michaels. Er forderte das Präsidium auf, von Strafanzeigen abzusehen.

Obwohl die Studierenden mit ihrem Protest erste Teilerfolge durchsetzen konnten, zeigten sich Politik und Universitätsleitung gegenüber den Kernforderungen wie bessere Lehr- und Lernbedingungen bisher weitestgehend ignorant, erklärte der AStA. Die Proteste würden daher im kommenden Semester fortgesetzt. (ddp)

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