Berlin : „Freiheit“ holt Parteitag nach

Islamkritiker beschließen Teilnahme an Wahl

Die umstrittene Partei „Die Freiheit“ hat am Donnerstagabend ihren ersten Landesparteitag nachgeholt. In einem Tagungszentrum in der Emser Straße in Wilmersdorf trafen sich rund 100 Mitglieder der islamkritischen Partei. Einstimmig haben sie die Landessatzung sowie den Antritt bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen im kommenden September beschlossen.

„Wir wollen im Herbst die Fünf-Prozent-Hürde knacken“, erklärte der Chef der Partei, René Stadtkewitz. Das Wahlprogramm der Islamkritiker soll Anfang Mai vorgestellt werden. Der zuvor für den 11. Januar angesetzte Termin war nach Protesten linker Gruppen abgesagt worden: Die Leiterin einer Sprachenschule in der Kastanienallee in Prenzlauer Berg hatte die Veranstaltung wenige Stunden vor Beginn einseitig abgesagt. Einen Tag zuvor war der schon unterzeichnete Mietvertrag der neuen Partei mit dem Hotel Crowne Plaza in Charlottenburg-Wilmersdorf in beiderseitigem Einverständnis aufgelöst worden.

Stadtkewitz war im vergangenen Jahr aus der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus ausgeschlossen worden, weil er sich weigerte, eine Einladung des islamfeindlichen niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders zu einer Veranstaltung nach Berlin zurückzuziehen. Der 46-jährige Pankower, der vor mehr als einem Jahr aus der CDU ausgetreten war, ist 2010 zum Bundesvorsitzenden der „Freiheit“ gewählt worden.hah

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