Berlin : Freimaurer

Stephan Wiehler

freut sich über gute Geschäfte mit der deutschen Teilung Bald 15 Jahre liegt der Fall der Mauer nun zurück, aber die Mauer – so scheint es – ist nicht kürzer, sondern eher länger geworden, sowohl die in unseren Köpfen als auch die echte aus Beton. Es wird wieder fleißig gemauert, im Westen wie im Osten. Am Checkpoint Charlie (West) hat Alexandra Hildebrandt, die Chefin des geschäftstüchtigsten Museums der Stadt, gerade Originalteile des Grenzwalls hochgezogen – zur Freude von Touristen, zum Ärger der Gedenkenträger vom Senat, die anders erinnern wollen. Und in Alt Stahnsdorf (Ost) hat die Polizei jetzt einen jungen Handwerker aufgespürt, der sich im Mauergeschäft als Ich AG selbstständig gemacht hat. Auf dem Gelände einer stillgelegten Kaserne hämmerte der Mann auf Betonwände ein, die er zuvor mit Farben besprüht hatte. Die bunten Teilchen wollte er als Originalstücke der Berliner Mauer verkaufen. Der Graben zwischen Ost und West mag tiefer sein denn je, doch es gibt Hoffnung: Hüben wie drüben erkennen geschäftstüchtige Naturen die große Nachfrage nach deutscher Teilung auf dem Weltmarkt.

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