• Freiräume für Künstler: Kulturstaatssekretär fordert Umdenken bei der Liegenschaftspolitik

Freiräume für Künstler : Kulturstaatssekretär fordert Umdenken bei der Liegenschaftspolitik

Viel zu oft geht es beim Verkauf von landeseigenen Immobilien nur ums Geld, kritisiert Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz.

Kulturstaatssekretär André Schmitz fordert beim Verkauf von landeseigenen Immobilien ein Umdenken in Politik und Verwaltung.
Kulturstaatssekretär André Schmitz fordert beim Verkauf von landeseigenen Immobilien ein Umdenken in Politik und Verwaltung.Foto: dapd

Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz hat sich für Änderungen bei der Liegenschaftspolitik ausgesprochen. Es gehe darum, Orte für künstlerische Produktionen zu sichern, sagte Schmitz der Nachrichtenagentur dapd. Der möglichst hohe Erlös dürfe bei landeseigenen Grundstücken nicht immer im Vordergrund stehen. Es müsse mehr darauf geachtet werden, mit welchem Konzept der Käufer komme, ob dieses für die Stadt richtig und wichtig wäre. „Dann kann der Kaufpreis ruhig auch mal darunter liegen“, fügte Schmitz hinzu.

Zudem sollte genauer geschaut werden, welche Immobilien das Land verkauft und wann es sinnvoller und letztlich auch ökonomischer sei, gewisse Orte vorzuhalten, um Künstlern Freiräume zu garantieren. Die Stadt lebe von ihrer ungewöhnlichen und jungen Kunstszene. Gerade der finanziell eher weniger unterstützten freien Szene könnte durch eine Infrastrukturförderung, die Orte sichert, effektiv geholfen werden.

Die C/O Galerie Berlin sei dafür ein gutes Beispiel. Bei der Suche nach einer passenden Immobilie auf dem freien Markt seien die Betreiber immer wieder enttäuscht worden. Letztlich konnte für die renommierte Foto-Galerie eine Lösung in einer landeseigenen Immobilie gefunden werden. Bereits im kommenden Jahr werde die erste Ausstellung im bezirkseigenen Atelierhaus im Monbijoupark in Mitte eröffnen. Der Umzug der privat finanzierten Galerie war notwendig geworden, weil ihr jetziges Domizil - das Postfuhramt an der Oranienburger Straße - einen neuen Eigentümer hat. Dieser will dort unter anderem ein Hotel und Wohnungen errichten.

Nach den Worten von Schmitz sollte die Kulturverwaltung im Aufsichtsgremium des Liegenschaftsfonds vertreten sein, um bei wichtigen Projekten mitentscheiden zu können. Schließlich gehe es um die kulturelle Sicherung von Räumen. In dieser Hinsicht sei ein Umdenken in Verwaltung und Politik notwendig. Bisher sei es bei dem Verkauf landeseigener Immobilien primär um den optimalen Verkaufserlös gegangen, kritisierte Schmitz. Das sei in einigen Fällen zu kurzfristig gedacht. (dapd)

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