Berlin : Freispruch für Polizisten nach Schießerei in Wedding

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Nach einer Schießerei mit einem Betrunkenen mussten zwei Polizisten drei Jahre lang mit einem schweren Vorwurf leben: Aus Verärgerung über einen Schuss aus einem Türspalt seien sie ihrerseits zum Angriff übergegangen. Der Prozess wegen versuchten Totschlags aber endete gestern mit einem Freispruch. „Auf die Polizisten ist geschossen worden, sie haben zurückgeschossen. Das ist in Ordnung“, urteilte das Landgericht. Die Beamten hätten aus Notwehr gehandelt.

Der gebürtige Mexikaner Carlos G., der damals durch Polizeikugeln an Schulter, Arm und Daumen verletzt wurde, saß als Nebenkläger mit im Gerichtssaal. Er hatte sich in jener Nacht im August 2003 nach reichlich Tequila zunächst über lachende Nachbarn geärgert und in einem Weddinger Hinterhof Schüsse abgefeuert. „Er ist alleine schuld an dem, was danach passierte“, sagte der Vorsitzende Richter. Die Beamten hätten auch nicht gewusst, dass es sich um eine Schreckschusswaffe handelte.

Als die Polizei eintraf, zog sich G. in seine Wohnung zurück. Die beiden Beamten gingen in den Hausflur, um die Lage zu peilen. Der Betrunkene steckte den Arm aus der Tür und schoss. Die Polizisten hätten in dem dunklen Flur zu Recht Angst gehabt und zurückgeschossen, hieß es im Urteil. „Es war keine übertriebene Maßnahme.“ K. G.

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