Berlin : Freispruch für Verwaltungsrat vom Steuerzahlerbund

Von den Vorwürfen der Anklage blieb nichts. Kurt Fischer-Weiherig, Mitglied des Verwaltungsrates des Berliner Bundes der Steuerzahler, verließ gestern nach zweistündigem Prozess um Untreue mit einem glatten Freispruch den Saal. Es ging in dem Verfahren um seine Tätigkeit als Geschäftsführer einer Immobilienfirma. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 49-Jährigen zunächst vorgeworfen, zugunsten seiner mitangeklagten ehemaligen Lebensgefährtin grundlos ein Schuldanerkenntnis abgegeben und ihr so 95 000 Euro zu Lasten des Unternehmens zugeschustert zu haben.

Hat die 38-jährige Frau das Geld eingesteckt, obwohl sie keinen Finger für die Firma rührte? Darum ging es im Kern. „Sie war als Projektsteuerin eingesetzt“, sagte Fischer-Weiherig. Sie habe im Auftrag der Gesellschaft ihres damaligen Partners Wohnungen verkauft oder mit Ämtern verhandelt, sagte die Immobilienmaklerin. Und beide hatten Beweise. Von einem Finanzamt und einem Bezirksamt etwa lagen eidesstattliche Versicherungen vor. Darin wurde bestätigt, dass die Frau für das Unternehmen tätig war. Sie sei „alleinige Ansprechpartnerin“ gewesen, hieß es in einem Schreiben.

Anzeige war von einem ehemaligen Geschäftspartner von Fischer-Weiherig erstattet worden. Die Anklage baute stark auf den Mann – obwohl er sich bereits vor einiger Zeit mit einem Millionenbetrag nach Südafrika abgesetzt haben soll und Verfahren gegen ihn laufen. Ein erster Prozess gegen Fischer-Weiherig und seine nun ebenfalls freigesprochene Ex-Freundin war geplatzt, weil der Mann nicht im Lande war. Für die zweite Verhandlung wurde er über seine Anwältin geladen, ließ sich aber nicht blicken. Seine Aussage wäre „ohnehin mit Vorsicht zu genießen“ und hätte nicht für eine Verurteilung gereicht, hieß es im Urteil. Auch die Staatsanwaltschaft hatte Freisprüche beantragt. K.G.

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