Berlin : Freispruch – Tod eines Babys bleibt ungesühnt

Der gewaltsame Tod eines fünf Wochen alten Babys vor drei Jahren muss ungesühnt bleiben. Die 47-jährige Großmutter, die sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge durch heftiges Schütteln des Mädchens verantworten musste, wurde gestern aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Es seien auch andere Täter denkbar, hieß es im Urteil. Das Gericht war in dem Prozess gegen die Großmutter und Mutter von 14 eigenen sowie zehn Stiefkindern auf eine Mauer des Schweigens der Großfamilie gestoßen.

Das Baby habe ein Martyrium durchlitten, stand für die Richter fest. Als es im Februar 2005 mit tödlichen Hirnblutungen ins Krankenhaus gebracht worden war, hätten die Ärzte auch ältere Rippenbrüche „in großer Anzahl“ festgestellt. Ein Gutachter sprach von massivsten Misshandlungen.

Die Ermittlungen hatten sich zunächst gegen die Reinickendorfer Eltern des Babys gerichtet. Der Vater saß zwei Wochen in Untersuchungshaft. Beide bestritten die Vorwürfe. Die aus dem Libanon stammende Großmutter wurde fast ein Jahr später belastet. Ein Stiefsohn gab an, er habe beobachtet, wie sie das weinende Kind um die Rippen fasste und schüttelte. Im Prozess verweigerten er wie auch andere Verwandte die Aussage. K.G.

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