Freiwilligenbörse Berlin : Schaufenster für Weltbeweger

Am 25. April findet im Roten Rathaus die Berliner Freiwilligenbörse statt. Menschen, die sich sozial engagieren wollen, können sich dort zum Thema Ehrenamt informieren.

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Tätige im Trubel. Zuletzt kamen immer 2500 Besucher ins Rote Rathaus zur Freiwilligenbörse. Berlin will auch den Austausch innerhalb der Partnerstädte intensivieren. Foto: promo
Tätige im Trubel. Zuletzt kamen immer 2500 Besucher ins Rote Rathaus zur Freiwilligenbörse. Berlin will auch den Austausch...

So eine Erfahrung könne man ja heute eher selten machen, schwärmt Hella Dunger-Löper: „Dass man selbstwirksam agieren kann, das heißt, etwas für andere tut, viel Spaß dabei hat und auch sofort einen Effekt merkt.“ Die Berliner Bevollmächtigte beim Bund und Europabeauftragte des Landes Berlin ist auch Beauftragte des Senats für das bürgerschaftliche Engagement. Sie weiß, wie das bereichern kann – nicht umsonst sei in Berlin jeder Dritte freiwillig engagiert. Was man so alles machen kann, darüber können sich Interessenten am Sonnabend nächster Woche bei der Berliner Freiwilligenbörse im Roten Rathaus informieren.

Die Freiwilligenbörse, bei der von 11 bis 17 Uhr gemeinnützige Vereine die Besucher gratis beraten, ist eine Erfindung der bundesweit vorbildlichen Landesfreiwilligenagentur „Treffpunkt Hilfsbereitschaft“ von Geschäftsführerin Carola Schaaf-Derichs. Längst finden nicht nur Organisationen, engagierte Unternehmen und Helfer zueinander, sie werden hier auch beraten und weiter qualifiziert. „Für die Freiwilligenbörse hatten wir 130 Bewerbungen“, sagt Schaaf-Derichs. 100 Plätze standen nur bereit, elf konnte sie dazuverhandeln.

Das Leitthema der 8. Börse im „Europäischen Jahr der Entwicklung“ 2015 lautet „angesichts weltweit zugespitzter Lebenslagen von Flüchtlingen und Geflüchteten ,Engagement verbindet – welt­weit!’“. So stellen sich Vereine vor, bei denen man sich für Menschenrechte weltweit und für Asylbewerber in Berlin einsetzen kann. Bereits am Mittwoch fand eine Infoveranstaltung für Ehrenamtliche zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Flüchtlinge in Deutschland statt, fast 300 Anmeldungen gab es da, sagt die Ehrenamtsstaatssekretärin Dunger-Löper: „das zeigt die enorme Einsatzbereitschaft“.

Laut Carola Schaaf-Derichs gehören zu den weiteren Themen des Infotages im Rathaus etwa Kultur, Bildung, Weltanschauung und Geschichte, Umwelt, Sanitätsdienste, Seelsorge, Nachbarschaftshilfe, Sport, Kinder und Familie. Einzigartig in Berlin sei der Zusammenschluss von 82 großen Organisationen im Bereich der Freiwilligenarbeit, das Landesnetzwerk Bürgerengagement „www.aktiv-in-berlin.info“. Berlins Europa- und Ehrenamtsbeauftragte Hella Dunger-Löper und Freiwilligen-Fachfrau Carola Schaaf-Derichs bekommen indes selbst im Berliner Kiez zu spüren, was EU-Politiker in Brüssel im Großen entscheiden.

Senatsbeauftragte für Ehrenamt fordert bessere Kooperation

So gibt es jetzt bei EU-Förderungen einen neuen Schwerpunkt bei den Arbeitsmarkt-Projekten. Daher liefe nun die Förderung des Berliner Ehrenamts-Showrooms, der Freiwilligenbörse im Roten Rathaus, aus, klagt Schaaf-Derichs. Zudem seien von den zuletzt 22 Selbsthilfevermittlungsstellen in Berlin gerade noch 14 lokale Anlaufstellen übrig. Man arbeite aber an einer Neufinanzierung der Börse, sagte Berlins Ehrenamtsbeauftragte dazu. Jährlich kommen immerhin rund 2500 Besucher.

Das Thema Freiwilligenförderung hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren auch durch den neuen Ehrenamtsausschuss im Abgeordnetenhaus politisch weiter etabliert, bilanziert Hella Dunger- Löper. Mit dem Projekt „Zeit für neues Berlin“ sollten ältere Berufsprofis für ein Engagement als Rentner gewonnen werden. Beim internationalen Kompetenzaustausch sollten künftig Berlin und seine Partnerstädte enger kooperieren. Die Ehrenamtskarte mit vergünstigten Angeboten etwa bei Zoo und Kultur solle auch für jüngere Zielgruppen neu konzipiert werden. 4500 der Anerkennungskarten wurden zuletzt jährlich ausgegeben.

Nun sollen sie mit Brandenburg kompatibel sein und Angebote der Schlösser und Gärten integriert werden. Wichtig ist Experten zufolge auch eine länderübergreifend bessere Zusammenarbeit von Sanitäts- und Katastrophenschutzdiensten in Berlin und Brandenburg. Unterdessen hat unlängst eine Gruppe aus der Senatskanzlei selbst Hand angelegt und den Savignyplatz sowie den Prager Platz mit aufgehübscht. Viele andere Inspirationen hält nun der Rathaus-Marktplatz am 25. April bereit.

Wer nicht online ist, dem schickt die Landesfreiwilligenagentur ein Programm zu, anzufordern unter Telefon 847 108 795.

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