Berlin : Friedrich Dopatka: Ein Staatsrat wird Staatssekretär

Sabine Beikler

Der designierte Staatssekretär für Gesundheit, Friedrich-Wilhelm Dopatka, war von 1987 bis 1995 als Staatsrat im Bremer Senat tätig. Ein Staatsrat in Bremen ist gleichbedeutend mit dem Amt des Staatssekretärs im Berliner Senat. Dopatka wollte gestern keine Auskunft über seine vorherige Beschäftigungsfelder geben und verwies auf seine Vorstellung in Berlin am 18. Dezember.

Der 54-jährige Jurist war von 1977 bis 1995 im bremischen Landesdienst tätig. Zunächst arbeitete er als Pressereferent und persönlicher Referent beim Senator für Rechtspflege und Strafvollzug. 1980 wechselte er als Richter zum Sozialgericht, wo er unter anderem für die Anerkennung von Schwerbehinderten zuständig war. Unfallversicherungsrecht, berufliche Rehabilitation und Berufskrankheiten fielen ebenfalls in seinen Tätigkeitsbereich.

1984 wurde Dopatka Staatsrat und Abteilungsleiter beim damaligen Bremer Senator für Arbeit. In dieser Position war er unter anderem für die Rechtsaufsicht über Krankenkassen und Unfallversicherungsträger verantwortlich. 1986 wechselte er zum Senator für Jugend und Soziales, wo er als Abteilungsleiter für die soziale Sicherheit im Rahmen der Sozialhilfe einschließlich Krankenhilfe und psychiatrische Versorgung tätig war. Zuletzt war er als Bremer Staatsrat in der Senatskommission für das Personalwesen beschäftigt.

Bis 1995 regierte im Bremer Senat eine Ampelkoalition: Die Senatskommission, in der Dopatka arbeitete, war sozialdemokratisch besetzt. Nach der Wahl 1995 wurde in Bremen eine Große Koalition gebildet. Die Senatskommission für das Personalwesen wurde dem Finanzressort zugeschlagen. Dies geschah unter dem CDU-Senator Ulrich Nölle. Sozialdemokrat Dopatka verlor seinen Posten und eröffnete mit Wolfgang Kahrs (SPD), einem vormaligen Bremer Senator, eine Anwaltskanzlei in Bremen-Nord.

Dem Vernehmen nach war Friedrich Dopatka in der politischen Landschaft in der Hansestadt nach 1995 nicht auffällig geworden. Er war vor einigen Jahren als Geschäftsführer der Bremer Stiftung "Wohnliche Stadt" im Gespräch: Diese Stiftung verteilt Lotto-Mittel. Vor kurzem soll Dopatka auch als Direktor der Bürgerschaft gehandelt worden sein.

Der Sender Radio Bremen lud Friedrich Dopatka am 29. September dieses Jahres als Gesprächsgast in die Kuppel des Fallturms der Bremer Universität ein. In der Sendereihe "Bremen 2000 - Zukunftsperspektiven für unser Bundesland" diskutierte die Runde über folgendes Thema: "Darf man den Staat in einen Irrgarten von GmbHs zerlegen, die im Gegensatz zum Parlament und zur Verwaltung nicht mehr dem Gemeinwohl, sondern dem Wohl von Unternehmen verpflichtet sind?"

Friedrich Dopatka wollte sich gestern nicht dazu äußern, wie er unter dieser Fragestellung die Krankenhaus-GmbH, die in Berlin am 1. Januar 2001 ihre Arbeit aufnehmen soll, beurteilt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar