Friedrichsfelde : Berliner Linke gedenkt der ermordeten Sozialisten

Die Parteiprominenz der Linken legte Kränze an der zentralen Gedenkstätte für die ermordeten Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht nieder. Am 15. Januar ist ihr 90. Todestag. An der Veranstaltung nahm auch Egon Krenz teil.

Sozialisten
Der Vorsitzende der Linkspartei Lothar Bisky und seine Sellvertreterin Petra Pau gedenken den Ermordeten. -Foto: ddp

BerlinDie Linkspartei gedachte am Sonntagmorgen der vor 90 Jahren ermordeten Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. In der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde versammelten sich mehrere Hundert Menschen. Kränze legten unter anderen Linksparteichef Lothar Bisky, Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Petra Pau sowie die Berliner Landespolitiker Klaus Lederer, Carola Bluhm, Harald Wolf und Katrin Lompscher ab.

Viele weitere Teilnehmer der Gedenkveranstaltung legten rote Nelken zum Gedenken nieder. Die Spitzen der Linkspartei hielten auch am Stein für die Opfer des Stalinismus inne. Das Gedenken an diese Opfer hatte zuvor in der Linkspartei für kontroverse Diskussionen gesorgt. Kränze wurden an diesem Stein nicht niedergelegt.

Gekommen war auch der letzte Partei- und Staatschef der DDR, Egon Krenz, der wegen seiner Mitverantwortung für die Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze eine knapp vierjährige Haftstrafe verbüßen musste. Vor dem Friedhof hatten viele linksgerichtete Gruppen und Initiativen Stände aufgebaut. Darunter war die umstrittene Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung (GRH), in der vor allem ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit aktiv sind. Eine Demonstration linksgerichteter Gruppen zur Erinnerung an Luxemburg und Liebknecht begann am Vormittag am Frankfurter Tor in Friedrichshain. Mehrere Hundert Teilnehmer wollten ebenfalls zum Zentralfriedhof ziehen.

In der DDR war die Veranstaltung ein staatlich verordneter Massenaufmarsch, der vor allem der Huldigung der SED-Funktionäre und ihrer Politik diente. Vor 20 Jahren - am 17. Januar 1988 - zeigte am Rande dieser Demonstration eine Gruppe von DDR-Oppositionellen ein Plakat mit dem Luxemburg-Zitat "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden". Viele von ihnen wurden von der Staatssicherheit verhaftet. (ml/ddp)

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