Berlin : Friedrichshain: Bahn schließt den RAW-Tempel

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Die rund 70 ökologisch orientierten Leute, die seit zwei Jahren auf dem ehemaligen Gelände des Reichsbahnausbessserungswerks (RAW) an der Revaler Straße ihre provisorischen Ateliers und Werkstätten haben, müssen das Grundstück bis zum 24. Juli verlassen. Die Eisenbahnimmobilien-Management-GmbH (EIMM) hat den über das Bezirksamt abgeschlossenen Nutzungsvertrag mit dem Verein RAW-Tempel für einen Teil des Geländes fristlos gekündigt. Ursprünglich sollte der Vertrag bis Juni 2002 gelten und danach möglicherweise halbjährlich verlängert werden. Der Bezirk hat Widerspruch eingelegt.

Brandschutzmängel, und vertragswidrige Nutzung sind nach Angaben der EIMM Grund für die Kündigung. Es handle sich bei dem Verein um einen "unzuverlässigen Vertragspartner", ist von der Vivico Management GmbH zu hören, die die Aufgaben der EIMM übernommen hat. Für die rund 30 Projekte auf dem Gelände, die eine nachhaltige Stadtentwicklung von unten anstreben, kommt die Kündung unerwartet. Dass das Grundstück am S-Bahnhof Warschauer Straße bebaut werden soll, steht schon lange fest. Eine "wertoptimale Vermarktung" wird angestrebt, mit mehreren hundert Wohnungen und Büros, Läden und Parkplätzen - umstrittene Pläne, die nicht nur bei RAW-Tempel auf Widerspruch stoßen, sondern auch bei Bezirkspolitikern. Nach Ansicht von Baustadtrat Franz Schulz (Grüne) etwa besteht für teure Wohnungen in Friedrichshain kein Bedarf.

Der Baubeginn liegt angesichts der verzwickten Rechtslage - das Areal ist formal kein Bauland - noch in weiter Ferne. "Wir wollen hier bleiben", sagt Eva Hodge von RAW-Tempel. Man werde auch juristisch gegen die Kündigung vorgehen.

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