Berlin : Friedrichshain: Den Blick kippen lassen

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"Malerei ist ein elitäres Geschäft, und anachronistisch dazu", hat der Maler Roland Deleau einmal gesagt. Die immer beliebteren Kunstmeilen sollen dem abhelfen. Eine weitere beginnt am 15. Juni rund um die Warschauer Straße. Über 40 Künstler stellen einen Monat lang ihre Werke aus, dazu kommen Lesungen und Konzerte. Auch Künstler, die es gar nicht nötig hätten, ihre Produkte neben Brillengestellen oder Apothekenwerbung feilzubieten, beteiligen sich: In der ersten Etage der Warschauer Straße 32 sind Bilder und Grafiken von zwölf bekannten Berliner Künstlern zu sehen, darunter Rolf Behm, Hans-Hendrik Grimmling und eben Deleau. Das teuerste Bild kostet 46 000 Mark. Die Vernissage dieser "Bilderwetter" ist am 15. Juni um 17 Uhr.

Gleich im Anschluss kann man um 18 Uhr im Projektraum "Intolleranza" in der Oberbaumcity, Rotherstraße, Gebäude vier, begutachten, wie Kunststudenten sich von der gleichnamigen Oper Luigi Nonos inspirieren ließen. Und gegenüber der Warschauer Straße 32 wird ab dem 19. Juni eine Container-Galerie stehen. "Passanten sollen Kunst wie nebenbei betrachten", sagt Mitveranstalterin Karin Bobke. Ganz nebenbei soll auch die Attraktivität der verkehrsreichen Warschauer Straße erhöht werden. Im vergangenen Jahr gingen die Künstler allerdings fast leer aus - nur ein Bild wurde verkauft. Doch vielleicht kann wenigstens der eine oder andere Passant, um noch einmal Deleau zu zitieren, "den Blick kippen lassen" und dann "erfrischt" seines Weges ziehen.

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