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Friedrichshain : Friedlicher Protest gegen Rechte

Rund 3000 Menschen haben an der jährlichen Silvio-Meier-Demonstration in Friedrichshain gegen rechte Gewalt teilgenommen. Meier war 1992 von Neonazis getötet worden.

Diese Zahl nannte die Polizei mit Verweis auf die Angaben der Antifaschistischen Linken Berlin, die zu der Demonstration aufgerufen hatte. Der Aufzug stand unter dem Motto "Silvio-Meier-Demo – Gemeinsam für eine Gesellschaft ohne Rassismus und Unterdrückung" und begann um 15 Uhr mit einer Mahnwache am U-Bahnhof Samariterstraße und führte friedlich quer durch den Bezirk, auch durch die Mainzer Straße, wo es vor 20 Jahren anlässlich von Räumungen besetzter Häuser schwere Krawalle gegeben hatte. Die Polizei war am Samstag mit 500 Beamten im Einsatz. Vom Veranstalter wurden die "repressiven Vorkontrollen" kritisiert.

Während des Aufzuges kam es vereinzelt zum Abbrennen von Pyrotechnik sowie zu einzelnen Sachbeschädigungen an geparkten Fahrzeugen. Nach Beendigung der Demonstration durch den Veranstalter bildeten sich kleine Gruppierungen, aus denen es in der Rigaer Straße zu vereinzelten Stein- und Flaschenwürfen auf Polizeibeamte kam. Sieben Einsatzkräfte wurden leicht verletzt, konnten jedoch alle im Dienst verblieben. 17 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Im U-Bahnhof Samariterstraße war der 27-jährige Hausbesetzer Silvio Meier am 21. November 1992 verblutet, nachdem ein Neonazi auf ihn eingestochen hatte. Erst am Montag war die mehrfach gestohlene und geschändete Gedenktafel erneut beschmiert worden. In der Nacht zu Sonnabend war es nahe der Liebigstraße zu Auseinandersetzungen zwischen 50 Linken und Polizisten gekommen. Ein Beamter wurde verletzt, zwei Personen wurden festgenommen. Tsp

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