Friedrichshain-Kreuzberg : Mediaspree: "Der Bau wird beginnen"

Die Mediaspree-Investoren sind wild entschlossen: Nach dem Bürgerentscheid gegen die geplante Bebauung des Spreeufers pochen sie auf die Einhaltung ihrer Pläne. In drei bis vier Wochen sollen die ersten Bagger anrücken.

BerlinTrotz des erfolgreichen Bürgerentscheids gegen die Spreeuferbebauung in Friedrichshain-Kreuzberg wollen die Investoren des Mediaspree-Projekts bei ihren Bauvorhaben nichts verändern. Wie der Tagesspiegel bereits berichtete, haben sie sich in einer Interessengemeinschaft zusammengefunden, um mit einer Stimme zu sprechen. "Wir werden in drei bis vier Wochen mit dem Bau beginnen", bekräftigte der Sprecher der Investorengruppe, Stefan Sihler, jetzt nochmals in der "B.Z.". Nach seinen Angaben habe man seit März 2008 eine bestandskräftige Baugenehmigung.

Die Investoren verweigern zudem eine Teilnahme an dem Sonderausschuss "Spreeraum", der sich mit der Umsetzung des Bürgerentscheids befassen soll. "Ein solcher Ausschuss ist gesetzlich nicht vorgesehen. Wir bestehen auf Einhaltung der Bebauungspläne, städtebaulichen Verträge und sonstigen verbindlichen Zusagen des Bezirks", fügte Sihler hinzu. Der Sonderausschuss soll Änderungsvorschläge für die Baupläne machen. Ihm gehören auch vier Vertreter der Initiative "Mediaspree versenken" an.

Sihler: Auswirkungen des Bürgerentscheids sind "verheerend"

Sihler kritisierte das Instrument Bürgerentscheid. "Nicht einmal 0,9 Prozent der Berliner Bevölkerung haben gegen ein Projekt bestimmt, das die ganze Stadt betrifft", sagte er. Hinter den Investoren stünden Gesellschafter aus dem Ausland, "die nicht begreifen können, was in Berlin passiert", sagte Sihler. Die Auswirkungen seien "verheerend".

Beim Bürgerentscheid in Friedrichshain-Kreuzberg am 13. Juli hatten sich fast 87 Prozent der knapp 35.000 Teilnehmer für eine Eindämmung der geplanten Bebauung beidseitig des Flusses ausgesprochen. Sie votierten für die Ziele der Initiative "Mediaspree versenken", die einen Mindestabstand für Neubauten zu den Spreeufern von 50 Metern und keine Hochhäuser über eine Traufhöhe von 22 Metern forderten. (ut/ddp)

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