Friedrichshain : Mediaspree-Gegner kritisieren Daimler-Neubau

Daimler will in den nächsten zwei Jahren eine neue Vertriebszentrale am Spreeufer bauen. Gegner des Projekts sehen das geplante Hochhaus als Teil einer "No-Go-Zone" für die ansässige Bevölkerung.

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Mediaspree Foto: Promo/Mediaspree
Daimler plant ein Hochhaus an der Mühlenstraße, gegenüber der noch nicht wiederaugebauten Brommybrücke.Foto: Promo/Mediaspree

Für Carsten Joost von der Initiative "Mediaspree Versenken" steht der geplante Daimler-Neubau in Widerspruch zu dem Bürgerentscheid "Spreeufer für alle!". Er vermisst bei dem sieben Jahre alten Bebauungsplan "eine Integration in den Bezirk". In einer reinen Unterhaltungszone blieben in dem Viertel rund um die Arena am Ostbahnhof die Anwohner außen vor, so Joosts Befürchtung.

2008 hatte sich eine Mehrheit der Wähler in dem Bürgerentscheid gegen die Bebauungspläne und für einen freien Uferstreifen von 50 Metern ausgesprochen. Auch die geplanten Hochhäuser wurden mehrheitlich abgelehnt. Der Entscheid ist jedoch rechtlich nicht bindend.

Das Viertel rund um die Arena soll bis 2020 gebaut werden und aus Kinos, Clubs, Läden und Bürogebäuden bestehen. Die Anschutz-Gruppe, der das Gelände gehört, verhandelt bereits mit interessierten Investoren. Neben der neuen Vertriebszentrale des Daimler-Konzerns, die dort bis 2013 entstehen soll, sieht der Bebauungsplan in direkter Nachbarschaft zur Halle ein komplett neues Stadtviertel vor. Ein "Entertainment-Center" mit Kinos und Clubs gehören dazu sowie zwei Hochhäuser und mehrere neue Blocks mit Büros, Läden und Wohnungen. Spätestens bis 2020 sollen all diese Vorhaben fertig sein.

Außer der Arena gehört auch das gesamte noch unbebaute Gelände mit einer Fläche von rund 20 Hektar der Entertainment-Group des US-Milliardärs Philip Anschutz. Es liegt zwischen Warschauer und Mühlenstraße, der Bahntrasse am Ostbahnhof und dem alten Postbahnhof.

Der Bezirk hat sich mit Daimler schon weitgehend geeinigt. In den nächsten Tagen werde man die Vorgespräche abschließen, sagte Bürgermeister Schulz. Danach könne die Bauplanung zügig beginnen.

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