Berlin : Friedrichshain: Nicht mehr Bio an der Bio-Schule

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Der Biologie-Station am Dathe-Gymnasium in der Helsingforser Straße 11-13 mit rund 1000 Tieren ist ohne geregelte Betreuung. Die seit neun Jahren für die Bio-Station tätigen ABM-Stellen wurden gestrichen. Schüler, Eltern und Lehrer der Oberschule demonstrierten deshalb vor dem Bezirksamt Friedrichshain in der Frankfurter Allee. "Wir fordern eine Dauerlösung", sagt Schulleiter Lutz Vogler.

In zwei gefliesten Klassenräumen, die 1996 für 200 000 Mark umgebaut wurden, sind Aquarien und Terrarien sowie Nagetiere, Vögel, Frösche, Käfer und Schnecken untergebracht. Auch Wasserpflanzen gehören zum Inventar. Die Tiere und Pflanzen dienen als lebendes Anschauungsmaterial für den Biologie-Unterricht und für Arbeitsgruppen. "Die Schüler haben in den Ferien geholfen, die Bio-Station zu betreuen", sagt Vogler, "aber jetzt sind die Ferien vorbei". Die provisorische Aushilfskraft von der Gartenarbeitsschule, die seit Februar die Bio-Station versorgt, wird jetzt für die Freilandarbeit benötigt.

Die Biologie-Station ist vor über 30 Jahren gegründet worden. Seit der Wende ist die Betreuung nur provisorisch. Nun könnte das einmalige Projekt beendet sein. Versuche, einen Sponsor für die Bezahlung eines Tierpflegers zu finden, sind gescheitert. Zwar plant das Bezirksamt, jemanden an die Schule zu beordern, der auf "Überhang" gesetzt ist, aber das wäre dann keine Fachkraft - und keine dauerhafte Lösung. "Der Bezirk stiehlt sich aus der Verantwortung", findet der Schulleiter. Das gesamte Profil der biologiebetonten Schule sei in Gefahr: Die Schnellläuferklassen, deren Schüler schon nach zwölf Jahren Abitur machen, werden überwiegend in der Biologie-Station unterrichtet.

Vogler weist zudem auf die Bedeutung des Schulnamens hin: Das Gymnasium wurde nach dem langjährigen Direktor des Tierparks in Friedrichsfelde, Heinrich Dathe (1910-1991), benannt. "Eine Dathe-Oberschule ohne Biologie-Station ist wie eine Händel-Oberschule ohne Musikinstrumente", sagt der Schulleiter.

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