Berlin : Friedrichstraße bald aus der Krise?

CHRISTIAN VAN LESSEN

Einzelhandelsnachfrage wächst / Leerstand in anderen Einkaufsgebieten erwartetVON CHRISTIAN VAN LESSEN BERLIN.Mit dem Leerstand von Einzelhandelsflächen an der Friedrichstraße dürfte es nach Einschätzung von Marktbeobachtern bald vorbei sein."Das Ende der Talfahrt ist gekommen", stellt beispielsweise Matthias Bechtle von der Gesellschaft für Geschäftsflächen und Unternehmensvermittlung "Comfort" fest.Die Zahl der Mietverträge steige, die Friedrichstadtpassagen "beginnen, sich zu füllen".Während nach den Primärlagen Kurfürstendamm und Tauentzienstraße nun auch Erstlagen in Mitte auf höhere Nachfrage stießen und die "schlimmste Krise überwunden" haben, werden mehrere andere Einkaufsgebiete, vor allem im Ostteil, weniger optimistisch beurteilt. Unabhängig von den unterschiedlichen Prognosen für einzelne Stadtteile sei die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in Berlin "bundesweit auf Top-Niveau", heißt es im jüngsten Marktbericht des überregionalen Unternehmens.Als Grund wird das wachsende Interesse internationaler Filialisten angegeben.Die Nachfrage werde weiter zunehmen, sich aber ausschließlich auf die Primärlagen konzentrieren und dazu beitragen, daß die Mieten zu Lasten nachrangiger Lagen wieder leicht ansteigen.Die ermittelte Spanne in Berlin reicht derzeit vom Spitzenwert 360 Mark pro Quadratmeter (Bereich Tauentzienstraße/Kurfürstendamm) bis 30 Mark (Kottbusser Damm, Schönhauser oder auch Frankfurter Allee). Für die Friedrichstraße (Werte zwischen 100 und 200 Mark) stehen die Prognosen jedenfalls in puncto Leerstandsbeseitigung günstig."Langsam entwickelt sich der Markt", sagt Bechtle zuversichtlich.Zu den gefragten Stadtteillagen zählen nach seinen Angaben die Steglitzer Schloßstraße und der Teltower Damm in Zehlendorf."Diese Lagen sind voll vermietet".Allerdings zeichne sich ab, daß hohe Mietforderungen, insbesondere an der Schloßstraße, vom Markt nicht akzeptiert werden, "so daß in diesem Bereich vorübergehend mit Leerstand gerechnet werden muß"; eine Entwicklung, die sich in der Wilmersdorfer-, Karl-Marx- und Müllerstraße bereits gezeigt habe.Hier wachse der Leerstand, weil die Vermieter nicht von ihren überzogenen Forderungen abrückten.Es werde zwei bis drei Jahre dauern, bis der Leerstand vorbei sei.Die Nachfrage in Einkaufsstraßen wie Schönhauser Allee, Frankfurter Allee und Turmstraße entwickelt sich nach Auskunft des Vermittlungsunternehmens, eines der führenden in seiner Branche, "wenig erfreulich".Zumeist seien es neue Shopping-Center und Passagen, die ihrer Umgebung Kaufkraft entzögen und die Gewerbemieten ins Bodenlose fallen ließen.Hier werde sich der Leerstand auch halten.

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