• FRITZ IM BLICK: WIE ZEICHNER DEN ALTEN IM NEUEN BERLIN SEHEN: Ganz private Flötentöne

FRITZ IM BLICK: WIE ZEICHNER DEN ALTEN IM NEUEN BERLIN SEHEN : Ganz private Flötentöne

So stellt sich Bildhauer und Zeichner Hans Scheib den Alten Fritz privatissime vor. Vielleicht hat sich der König, wenn er mal wieder die Nase voll hatte von den Pflichten und vom Repräsentieren im blauen Waffenrock, wütend in seine Gemächer zurückgezogen. Zur Zerstreung versuchte er sich dann an seinem Flötenkonzert in G-Dur, ganz entspannt, in Hausklamotten. „Für seine Zeit war der Alte Fritz doch ein richtiger Rock ’n’ Roller“, sagt Hans Scheib. Und wer weiß schon, ob er immer nur Wohlklingendes gespielt hat. Möglicherweise hat er die Querflöte manchmal vor Wut in die Ecke gefeuert. In jungen Jahren vor allem, wenn der musisch begabte Sohn wieder mal Krach mit dem Vater hatte. „Wer sich für Sanssouci ein chinesisches Teehäuschen basteln lässt, hatte auch noch andere Interessen “, sagt Hans Scheib. Erst hatte er den Alten ja in blauer Uniform gezeichnet. „Aber im Morgenmantel gefiel er mir viel besser.“ In Gelb mit Grün. „Ein Modegeck war er ja sowieso.“ Friedrich, der ganz Große? „Ach“, sagt Scheib, „vielleicht war sein Bruder Heinrich ja der interessantere Typ.“ lei

Hans Scheib, 62, Bildhauer und Zeichner, arbeitete ab 1976 im Osten Berlins, ab 1986 im Westen. Scheibs Werke sind auf internationalen Ausstellungen zu sehen, demnächst in Brasilien. www.hansscheib.de

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben