Berlin : Fröhlicher Abgang vom diplomatischen Parkett

Nach zweieinhalb Jahren verlässt der finnische Botschafter Berlin. Vorher feierte er mit Freunden und Kollegen

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STADTMENSCHEN

„Auf Wiedersehen“, bekam er jüngst von Freunden und Kollegen gesungen. Und der eine oder andere wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Kein Ständchen, aber dafür ein Essen wurde Leif Fagernäs vom finnischen Innenminister Kari Rajamäki geboten. Schließlich hatte der hoch gewachsene Finne mit den strahlend blauen Augen nach zweieinhalb Jahren seinen letzten Auftritt in Berlin. Es ist auch Leif Fagernäs’ letzter Protokolltermin als finnischer Botschafter – der 57Jährige verlässt die Diplomatenlaufbahn und wird daheim Geschäftsführer des finnischen Industrieverbandes. „Das Angebot kam etwas plötzlich“, sagte er am Rande eines – für einen Diplomaten – höchst ungewöhnlichen Auftritts. Am Wochenende hatte er sich eine rote Clownsnase aufgesetzt, bunte Papierschlangen um den Hals gewunden und seine weiße Studentenmütze aufs dichte Grauhaar gedrückt – mit 140 ähnlich geschmückten Gästen feierte er in der Botschaft den 1. Mai – in Finnland seit 140 Jahren auch ein großes Fest der Studenten und der Jugend. Auch StäV–Chef Harald Grunert feierte mit. Er ist mit einer Finnin verheiratet. Botschaftergattin Leena Fagernäs sieht es mit einem weinen und lachenden Auge, dass es nach Jahrzehnten in Madrid, Prag oder London nun heimgeht. Für die promovierte Wissenschaftlerin war es nicht gerade einfach, von Berlin aus ihre Forschungsarbeit über erneuerbare Energie in Finnland zu machen. Den Frühling hier und das Laufen im Grünen um den Schlachtensee aber vermisst Leena Fagernäs schon heute. Ehemann Leif dazu noch das breite Kulturangebot der Stadt – „so viel gibt es in Helsinki nicht“, sagte er. Opernsänger gibt es außer Saunen aber scheinbar genug – auch hierzulande bekannte wie Tommi Hakala und Esa Ruutonen, der erst kürzlich an der Deutschen Oper gastierte. Zum fröhlichen Walpurgis-Konzert in der Botschaft sangen beide begeistert mit, was ihnen ihre Kollegin Johanna Rusanen vorgab: „Auf Wiedersehen“. hema

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