Berlin : Früh erkannt, Darmkrebs gebannt 166 000 Berliner gingen seit 2002 zur Vorsorge

Berlin ist Spitze – und hat doch keinen Grund zum Jubeln. Zum einen nehmen zwar überdurchschnittlich viele Menschen in der Stadt an den Vorsorgeuntersuchungen gegen Darmkrebs teil. Doch zum anderen gibt es noch immer viele Präventionsverweigerer, die die Chance auf frühzeitige Entdeckung dieser oft tödlichen Krebsart ausschlagen.

Seit 2002 zahlen die Krankenkassen für Versicherte, die 55 Jahre alt sind, alle zehn Jahre eine Darmspiegelung, um Frühformen des Darmkrebses aufzuspüren. Denn im Frühstadium ist diese Tumorart sehr gut heilbar. Zwischen Oktober 2002 und Herbst 2007 haben rund 166 000 Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin gestern mit. Das seien 14,5 Prozent der teilnahmeberechtigten Männer und 16,6 Prozent der Frauen – der Bundesdurchschnitt liegt bei 11,2 beziehungsweise 12,7 Prozent.

Jährlich erkranken bundesweit 70 000 Menschen am Darmkrebs – 28 000 Menschen sterben daran. „Neun von zehn Darmkrebsopfern könnten gerettet werden, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt würde“, sagt Rolf Drossel, niedergelassener Gastroenterologe und Mitbegründer der Initiative „Berlin gegen Darmkrebs.“

70 Ärzte dürfen in Berlin Darmspiegelungen bei den Kassen abrechnen und unterliegen damit auch der externen Qualitätssicherung. Diese Praxen werden zum Beispiel zwei Mal im Jahr unangemeldet auf die Einhaltung der Hygienestandards geprüft. Die Adressen der Ärzte kann man über den Gesundheitslotsendienst der KV unter Telefon 31003 222 erfragen oder im Internet unter www.kvberlin.de (Stichwort „Arztsuche“) abrufen. I.B.

Die Initiative Berlin-gegen-Darmkrebs ist auch auf dem Krebsaktionstag im ICC am kommenden Sonntag von 9.30 bis 17 Uhr vertreten (Seitenfoyer rot).

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