Frühling in Berlin : "Ich bin der Sonnenmacher"

Einfach mal Urlaub machen und schönes Wetter mitbringen: Lothar Heinke war auf den Kanaren und ist jetzt wieder zurück in der Stadt der kleinkarierten Nöler und Nörgler. Juhu!

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Sonnenbad vor dem Reichstagsgebäude.
Sonnenbad vor dem Reichstagsgebäude.Foto: dpa

Ich fange sehr ungern mit „ich“ an, aber hier sei es verziehen: Ich bin der Sonnenmacher. Des Frühlings holder, belebender Blick am strahlenden Wochenende kam diesmal nicht vom Osterspaziergangsdichterfürsten, auch nicht von den diversen Wettervor-und-zurück- sagern, sondern von mir.

Ich hatte das Hoch im Gepäck, es war zwischen die Urlaubsklamotten geraten, und da man nurmehr 25 Kilo mitnehmen darf, hatte es sich zwischen all dem Klimbim, mit dem man in den Urlaub auf die Kanaren fährt, breitgemacht. Der strahlende Koffer war dem Bungalow-Personal von Esmeralda Maris an der Costa Calma auf Fuerteventura zu verdanken. Das sagte am Ende von 14 genussvollen Tagen: Packen Sie viele Sonnenstrahlen ein und fliegen damit nach Berlin, wir haben genug davon.

Berliner Pfannkuchen am Strand von Fuerte

Gesagt, getan. Was lässt man am breiten Sandstrand zwischen Ebbe und Flut ebenso zurück wie die karge Mondlandschaft der Vulkanhügel und -berge im scheinbar seelenlosen Land, das nurmehr von tausend Ziegen und hundert Touristenbussen belebt wird? Wunderbare Bougainvilleen und andere Zierpflanzen, bettelnde Erdhörnchen, eine grandiose Stille, den Sternhimmel zum Draußenschlafen, Fischschlemmerstunden beim Sonnenuntergang, wenn der Gast mit dem Foto alles für jenen Moment tut, wo auf Fuerte die Sonne im Meer versinkt oder eben mal so sächsisch-traumfrisch einditschen tut. „Nu isse weg“ sagt der Berliner, geht ins Café Berlin und bestellt einen Pfannkuchen. Den kann er im Original-Strandkorb aus Usedom verzehren und dabei von der Heimat träumen, die, dank Sky, mit Union und Hertha auf Großleinwand in „Gabys Bratkartoffelstübchen“ plötzlich ganz nahe ist.

Dann landest du wieder in Tegel, quetscht dich in den TXL, bewunderst die Metropolenschönheiten, hältst die Ohren zu, guckst die Abendschau, liest den Checkpoint: Meine Güte, da ist sie ja wieder, diese kleinkarierte Kiezpolitik der Nöler und Nörgler. Juhu, ich bin zu Hause. Lieber Gott, lass bitte auch heute die Sonne wieder scheinen!

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