Berlin : Frühshopping

Stephan Wiehler

geht mit den Liberalen einkaufen Liberale haben keine Freizeit. Der Kampf für die Freiheit des Bürgers vor staatlicher Maßregelung ist ein 24-Stunden-Job, da ist auch das Privatleben immer politisch. Wenn FDP-Männer Bier trinken, dann nicht aus Vergnügen, sondern für die freie Schankwirtschaft und das Recht freier Bürger, sich in Biergärten auch nach 22 Uhr noch die Kante zu geben.

Zum Einkaufen hat ja ein Mann wie Guido Westerwelle schon lange keine Zeit mehr. Deshalb agitiert die FDP so energisch gegen den Ladenschluss, und darum hat der Parteichef die Abschlusskundgebung des Europa-Wahlkampfs am Sonnabend in die Neuköllner Gropius-Passagen verlegt. Dort hatte er sich mit seinen Spitzenkandidaten zum Mitternachtsshopping verabredet: um 18.30 Uhr. Nicht gerade zu nachtschlafender Zeit, doch FDP-Sprecher Johannes Winter nannte einen triftigen Grund für den frühen Termin: Die Fernsehteams sollten genügend Zeit haben, um Westerwelles Spätkauf noch in die Abendnachrichten zu bringen. FDP-Shopping ist schließlich kein Privatvergnügen. Und allzu spät darf es auch nicht werden. Wer für die Freiheit kämpft, muss früh aufstehen.

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