• Führerschein für 17-Jährige?: Eine alte Idee kehrt zurück - anderswo funktioniert sie

Berlin : Führerschein für 17-Jährige?: Eine alte Idee kehrt zurück - anderswo funktioniert sie

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Die Idee, 17-Jährige ans Steuer eines Kraftfahrzeugs zu lassen, ist selbst für Deutschland nicht neu. Schon 1999 verwiesen Verkehrsexperten auf Beispiele in Österreich und Großbritannien, wo Fahranfänger bereits ab dem 17. Lebensjahr hinters Steuer dürfen, um Fahrpraxis für die spätere Führerscheinprüfung zu erwerben. In Deutschland gab es 1999 rund 950 000 Führerscheinbewerber, von denen fast 90 Prozent jünger als 25 Jahre waren. Nach Angaben von Experten sind sie an rund 25 Prozent aller Unfälle beteiligt. Ursachen sind häufig Selbstüberschätzung und fehlende Fahrpraxis. Die kann man auch mit noch so vielen - teuren - Fahrstunden nicht erwerben.

Zum Thema Ted: Soll es den Führerschein schon für 17-Jährige geben? In Österreich dürfen Jugendliche deshalb schon ab 17 in Begleitung eines erfahrenen Autolenkers ans Steuer. Meist sei es der "Familienverband", der mit dem Neuling erste Fahrversuche unternehme, sagte ein Polizeisprecher in Wien. Parallel dazu müsse der Fahranfänger allerdings den theoretischen Unterricht in einer Fahrschule besuchen. Mit dem 18. Lebensjahr und 3000 gefahrenen Kilometern könne der Anwärter dann die Führerscheinprüfung ablegen. Die zuvor zurückgelegten Kilometer müssten in einem Fahrtenbuch dokumentiert werden, wobei natürlich geschummelt werden könne. Aber spätestens bei der Fahrprüfung komme ans Licht, was einer schon kann.

In Deutschland hält man nicht sehr viel von dem Mitte Januar aufgewärmten Vorschlag, das Alter für Führerscheinneulinge zu senken. Ins Gespräch kam dabei auch die Idee, den Besuch einer Fahrschule bereits ab 16 zu ermöglichen, um die Jugendlichen dann vom 17. Lebensjahr an in Begleitung eines routinierten Autofahrers ans Steuer zu lassen. Die Initiatoren versprechen sich davon mehr Fahrpraxis, als die Fahrschulen vermitteln können, und somit weniger Unfälle mit der Beteiligung von Anfängern.

Allerdings hat Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) diesen von den Verkehrsreferenten aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern unternommenen Vorstoß bereits abgelehnt: Modelle, die in den dünn besiedelten Gebieten des Mittleren Westens der USA oder Schwedens erfolgreich seien, könnten nicht auf Deutschland mit seiner hohen Verkehrsdichte übertragen werden. Der ADAC in Berlin ist dagegen, weil 17-Jährige angeblich noch zu unreif seien und das Verantwortungsgefühl zu wenig ausgeprägt sei, die Verkehrsverwaltung hält die Gefahr durch den starken Großstadtverkehr für zu hoch, um hier auch noch Fahranfänger in der Praxis auf die Praxis vorzubereiten.

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