Berlin : Führerschein für 17-Jährige?: PRO von Ariane Bemmer

Zum Beispiel Brandenburg: Jeder dritte Verkehrstote ist jugendlich, sagt die Statistik. Und der Volksmund sagt, dass Übung den Meister mache. Also ziehe man eins und eins zusammen, baue die Übung aus und reduziere so die Unfallzahlen? Das ist zu einfach gedacht. Ein bisschen Fahrschule vermittelt noch keine Fahrpraxis. Der Lehrer sitzt daneben, hat allerlei Pedale, und die Schüler können gewiss sein, dass nichts passiert. Dann machen sie eine Prüfung und erhalten hinterher ein Dokument, das ihnen vorgaukelt, sie könnten jetzt Autofahren. Eine trügerische Annahme. Denn Autofahrer werden mit der Routine besser, fahren entspannter, sicherer. Je mehr Routine junge Fahrer sammeln, ehe sie sich allein in den Straßenverkehr wagen, desto besser ist es. Für sie - und für alle anderen. Das kann das Modell "Begleitetes Fahren" erreichen. Ganz nebenbei könnte es den Effekt geben, dass auch der Begleit-Fahrer zum verantwortungsvollen Fahren bewegt wird.

Zum Thema Ted: Soll es den Führerschein schon für 17-Jährige geben? Fahrschule, wie hierzulande praktiziert, ist ein überflüssiges Monopol. Autofahren kann jeder vermitteln, der es kann. So wie Rad- oder Skifahren. Ein Blick über die Landesgrenzen lässt fürchten, dass Deutschland (wieder mal) überreguliert: In Frankreich und Spanien dürfen Laien unterrichten, in Schweden und Österreich gibt es "begleitetes Fahren", in Italien wird eine Fahrprüfung ohne Mindest-, Nacht-, Autobahn-, Landstraßen, Windvonlinks-Fahrstunden vergeben. Und siehe: Es geht.

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