• Führungen vermitteln Wissenswertes über die Ruhestätten mehr oder weniger bekannter Berliner

Berlin : Führungen vermitteln Wissenswertes über die Ruhestätten mehr oder weniger bekannter Berliner

CS

Friedhöfe sind offene Geschichtsbücher - unter diesem Motto erforscht die "Interessengemeinschaft Historische Friedhöfe Berlin" zahlreiche Begräbnisplätze der Stadt. Im Vordergrund stehen dabei bestattete Persönlichkeiten, aber nicht nur Berühmtheiten, sondern auch Menschen aus der zweiten oder dritten Reihe, "deren Wirken eng mit der Geschichte Berlins, seiner Kultur und seinem Geistesleben verbunden ist". Ali Aziz Efendi war beispielsweise ein solcher Berliner - er weilte als ständiger osmanischer Botschafter an der Spree und wurde im Jahre 1798 als erster Muslim in Berlin bestattet. Heute liegen seine Gebeine auf dem Islamischen Friedhof am Kreuzberger Columbiadamm.

Solche Erkenntnisse gibt die Interessengemeinschaft in Veröffentlichungen und bei Führungen weiter. Ali Aziz Efendis Geschichte erzählen ihre Mitglieder im Verlauf eines Rundganges über den Islamischen Friedhof (nächster Termin: Sonnabend, 11. September, 11 und 14 Uhr).

Der Persönlichkeit des Zeitungsverlegers Rudolf Mosse oder der Frauenrechtlerin Lina Morgenstern begegnen hingegen die Teilnehmer eines Spazierganges über den Jüdischen Friedhof Weißensee in der Herbert-Baum-Straße am Sonntag, 26. September, 13 Uhr. Dort liegen auch der Gastronom Berthold Kempinski und der Impressionist Lesser Ury.

Den St. Matthäus-Friedhof in Schöneberg besuchen die Friedhofsforscher am Sonnabend, 23. Oktober, 14 Uhr. Er beherbergt die Gräber der Gebrüder Grimm, des Mediziners Rudolf Virchow, des Architekten Alfred Messel oder des legendären Milchmannes mit der Bimmel, Carl Bolle.

Schließlich steht noch der Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichwerderschen Gemeinde in Mitte auf dem Besuchsprogramm. Treffpunkt ist am Sonnabend, 6. November, 14 Uhr. Hier sind gleichfalls bekannte Namen auf den Grabsteinen zu finden wie jene von Hegel, Fichte, Brecht oder Schadow.Weitere Informationen zu den Führungen sind bei der Interessengemeinschaft Historische Friedhöfe, Carl-Peter Steinmann, Krottnaurerstraße 46, 14 129 Berlin, Telefon 803 66 90, erhältlich.

0 Kommentare

Neuester Kommentar