FÜNF  MINUTEN  STADT : Dickes P

von

Der letzte von vier aufeinanderfolgenden Abenden, der finale Berlin-Auftritt von Peter Fox und seinen Mitstreitern. Seeed stehen auf der Bühne der ausverkauften Wuhlheide in Köpenick, vor ihnen 17 000 Konzertbesucher. Der Sonntag ist lau, das Publikum ausgelassen, die Musik mitreißend. Gebt uns einen Beat, und wir geben euch unsere Begeisterung: So lautet für die nächsten zwei Stunden der Deal zwischen Zuschauern und Musiker. „Dickes B“, „Schwarz zu Blau“, „Augenbling“, Hit auf Hit. Selige Gesichter durch die Reihen hinweg, selbst in dem gemeinhin um Coolness bemühten Vip-Block. Nur der Mann mit dem weißen Hemd und dem Sakko überm Arm macht nicht mit, als Peter Fox das Publikum dazu animiert, ein beliebiges Kleidungsstück mit ausgestrecktem Arm überm Kopf kreisen zu lassen. Fast schon demonstrativ wirft er sich das Jackett über, verschränkt die Hände und blickt starr nach vorn. Was will dieser Sonderling hier? Warum ist er gekommen? Seine Mundwinkel zeigen nach unten, die Körperhaltung wirkt angespannt. Erst als das Konzert beendet ist, taut er etwas auf. Er steigt die Ränge hinab, läuft Richtung Bühne, begleitet von Gefolgsleuten. Weit kommt der Tross nicht, denn Menschen laufen auf ihn zu, bitten um ein Foto, posieren mit ihm vor Handykameras. Jetzt, endlich, zeichnet sich ein zaghaftes Lächeln auf dem Gesicht des Mannes ab. Jetzt scheint sich Peer Steinbrück zu amüsieren. Nana Heymann

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben