FÜNF  MINUTEN  STADT : Gute Filme

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Die Götter kämpfen gegen die Titanen. Denn die sind entgegen der allgemeinen Annahme alles andere als sicher verwahrt, jetzt brechen sie aus. Es droht: das Ende der Welt. Da kann nur einer helfen: Herkules! Am Potsdamer Platz wartet ein voller Kinosaal auf Sherlock Holmes, Teil zwei. Die Vorschauen aber wollen kein Ende nehmen. Als nächstes tritt eine ballernde Braut im hautengen Einteiler, genannt „Vampirkriegerin“, den letzten Kampf gegen Lykaner und Menschen an. Fiese Fantasiegestalten räkeln sich über die Leinwand, es kracht, es rummst, es brennt. Und schon wieder geht irgendwo die Welt unter. Nach der fünften absurden Actionstory beugt sich meine Begleitung zu mir herüber und flüstert: „Da können wir mal schön zu Hause bleiben. Gibt nur Mist in nächster Zeit.“

Es knallt weiter, wieder fackelt irgendeine Stadt ab, es ist dunkel. Dann läuft der Trailer einer Komödie, deren Niveau irgendwo zwischen „Waterboy“ mit Adam Sandler und irgendwas mit Jennifer Aniston liegt. Als auf der Leinwand ein Halbstarker einen gelben Paintball in die Weichteile bekommt, beugt sich mein Nebenmann zu seiner Begleitung hinüber und flüstert, laut genug: „Krass, voll viele gute Filme in nächster Zeit!“Anke Myrrhe

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