FÜNF  MINUTEN  STADT : The Sound of Publikum

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„Hello darkness, my old friend.“ In der Kulturbrauerei singen zwar nicht Simon and Garfunkel themselves, aber immerhin werden ihre Stücke von Jan Plewka und Band auf die Bühne gebracht. Nicht als simpler Liederabend, sondern inszeniert, Band und Sänger spielen, zaubern, kostümieren sich, Mrs. Robinson schaut von der Videoleinwand aus vorbei. Gar nicht so schwer zu verstehen also, was Plewka beabsichtigt, als er einfach abrupt aufhört zu singen und seine Band abrupt aufhört zu spielen. Schließlich ist Plewka im Refrain eines der berühmtesten Songs angelangt, „The Sound of Silence“, genau diese Zeile käme jetzt. Und das lässt sich schließlich ganz einfach inszenieren: Stille. Sonst nichts. Eine Zeile lang. Doch so leicht ist nicht anzukommen gegen jahrelanges Training. Was ist zu tun, wenn die Band aussetzt? Selbst singen! Je lauter, desto gut! Denkt sich zumindest eine Truppe irgendwo da rechts, fünfte oder sechste Reihe. Und lässt sich auch nicht davon irritieren, dass alle anderen schweigen – und der Sänger böse rüberguckt. Zweiter Versuch. „The flash of a neon light that split the night – and touched ...“ Reingeblökt. „But my words like silent raindrops fell – and echoed ... “ Psssschhht! „And whispered ...“ Euch will doch keiner hören, Leute! „No one dare – disturb the sound of silence“, das sangen leider nur Simon and Garfunkel. Auch Meister können irren. Und das Publikum kichert. Karin Christmann

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