Berlin : Für 2000 einen Besucherzuwachs von sieben Prozent geschätzt

Der Berlin-Tourismus boomt. Nach einer "äußerst positiven Entwicklung" in diesem Jahr rechnet die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) für 2000 mit einer weiteren Steigerung der Besucherzahlen. Die bereits bei der Hotellerie vorliegenden Reservierungen und Anfragen ließen erwarten, dass die Stadt einem neuen touristischen Rekordjahr entgegensehe, sagte BTM-Geschäftsführer Hanns Peter Nerger gegenüber ADN. Die Anmeldungen von Tagungen, Kongressen, Seminaren und Workshops seien "nachhaltig angestiegen".

Für das gesamte Jahr 2000 geht die BTM daher von einem weiteren Besucherzuwachs von voraussichtlich sieben Prozent aus. Auch die Zahl der Übernachtungen dürfte in gleicher Höhe steigen. Im nationalen Wettbewerb bedeute dies, dass Berlin weiterhin das Städtereiseziel Nummer eins bleiben werde, betonte Nerger. Der Abstand zu München und Hamburg werde sich "absehbar vergrößern".

Die Berliner Hotellerie hat sich in den letzten zehn Jahren rasant entwickelt. Seit 1989 wurde die Anzahl der Gästebetten in Hotels und Pensionen auf fast 60 000 verdoppelt, neue Beherbergungsbetriebe entstanden in allen Bezirken. Die Auslastung der Hotelbetten ist in diesem Jahr erstmals seit 1992 wieder leicht gestiegen und beträgt im Jahresdurchschnitt 45,2 Prozent, wie der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Berlin und Umgebung, Peter Härig, mitteilte. Die Zahl der Gäste dagegen wuchs seit 1993 stetig: 1999 verzeichnete die Branche 3,6 Millionen, rund eine halbe Million mehr als 1992.

Als Schwerpunkte bei der Vermarktung der deutschen Hauptstadt im Jahr 2000 nannte Nerger das Thema zehn Jahre deutsche Einheit, den 250. Todestag von Johann Sebastian Bach, die bis 1. Januar 2001 andauernden Millenniumsfeiern sowie die alljährliche Reihe "Schaustelle - der Kultursommer in Berlin". Darüber hinaus setze die BTM erstmals auch auf das Thema Gay-Marketing. Dabei handelt es sich um die Vermarktung Berlins als attraktives Reiseziel für homosexuelle Zielgruppen.

Zudem erwartet Nerger Impulse für den Berlin-Tourismus durch die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover. Die geografische Nähe Berlins zur niedersächsischen Landeshauptstadt werde "zwangsläufig die weltweite Aufmerksamkeit auch auf die Spreemetropole lenken". Bei vielen Gästen werde Interesse daran bestehen, einen Expo-Besuch mit einer Berlin-Reise zu verbinden. Gleichermaßen werde Berlin eine wichtige Rolle bei der Aufnahme der Besucher spielen. Schätzungen gingen davon aus, dass dadurch bis zu 600 000 zusätzliche Übernachtungen gebucht werden können.

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