Berlin : Für 230 000 Spandauer gibt es nur ein Schwimmbad

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Entgegen der ursprünglichen Zusage der Berliner Bäderbetriebe bleibt das Sommerbad Spandau-Süd in diesem Jahr geschlossen. Damit steht den rund 230 000 Spandauern in diesem Sommer – neben den Seen und der Havel – nur das Freibad Staaken-West mit seinem 25-Meter-Minibecken zur Verfügung.

Sportstadtrat Gerhard Hanke (CDU) bezeichnete die Schließung als „nicht akzeptabel“. Noch vor wenigen Wochen hätten die Bäderbetriebe schließlich erklärt, die Öffnung im Sommer sei gewährleistet. Bäder-Sprecher Matthias Oloew kann die Empörung zwar verstehen, bittet jedoch um Verständnis. Ursprünglich sollte das Bad begrenzt von Ende Juni bis Anfang September geöffnet werden. Die Sanierungsarbeiten an der benachbarten Schwimmhalle konnten jedoch erst mit achtwöchiger Verzögerung Ende Dezember beginnen. So lange hat man laut Oloew mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung um die Bewilligung der Fördermittel aus dem Umweltentlastungsprogramm gerungen.

Hallen- und Freibad werden von einer gemeinsamen Wasseraufarbeitungsanlage versorgt, die im Rahmen der Sanierung erneuert wird. Während die alte Technik bereits ausgebaut ist, kann die neue Anlage nun erst nach Ende der Frostperiode installiert werden, so Oloew. Damit ist der Termin Ende Juni nicht zu halten, eine Inbetriebnahme wäre erst Mitte August möglich. Wegen der hohen Kosten sei die Einfüllung von mehreren Millionen Litern Wasser für den dann verbleibenden, kurzen Zeitraum wirtschaftlich nicht vertretbar.

In den schlechten Sommern 2011 und 2012 waren die Besucherzahlen im Sommerbad Spandau-Süd so gering, dass Staaken-West als Ersatz ausreichen würde, so der Sprecher. Sollte es einen starken Sommer geben, könnten die Spandauer auch das bezirksnahe Freibad am Olympiastadion nutzen. Dessen Sanierung habe man auch deshalb erneut verschoben.

Auch das baugleiche Kombibad in der Gropiusstadt bleibt in diesem Sommer geschlossen. Die Sanierungsarbeiten an der Schwimmhalle in der Lichterfelder Finckensteinallee dauern ebenfalls an.

Anfang dieses Monats begannen die Arbeiten in der seit 2011 wegen gravierender Baumängel geschlossenen Schwimmhalle an der Thomas-Mann- Straße in Prenzlauer Berg. Auch die Schwimmhallen an der Roedernallee (Reinickendorf), an der Wolfgang-Heinz- Straße (Buch) und der Paul-Heyse-Straße (Prenzlauer Berg) werden im Sommer für einige Monate wegen Bauarbeiten geschlossen. Rainer W. During

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