Für alle Felle - Tipps der Tierärztin : Wenn die Katze die Toilette ablehnt

Sie verweigern den Gehorsam, machen, was sie wollen: unsere Haustiere. Was tun? Die Tiertherapeutin weiß es.

Protokoll: Susanne Leimstoll

DAS PROBLEM

Seit vier Monaten pinkelt Hauskatze Maxi (9, kastriert) in die Eineinhalb-Zimmer-Wohnung ihres Frauchens statt in die Katzentoilette – bevorzugt auf Handtücher, im Schlafzimmer herumliegende Kleider, den Teppich im Wohnzimmer. Ihre Halterin, 28, Studentin aus Zehlendorf, öfter außer Haus, ist ratlos.

DIE LÖSUNG

Maxi hatte vier Monate zuvor eine Blasenentzündung. Pipi machen auf dem Katzenklo tat ihr wegen der Harnwegsinfektion weh. Die Katze verknüpfte den Schmerz aber mit dem Ort. Ihr Schluss: Katzenstreu im Katzenklo = aua. Auch nachdem die mit Schmerzmitteln und Antibiotika behandelte Blasenentzündung vorbei war, wählte Maxi den sicheren, ihrer Meinung nach schmerzlosen Weg: pieseln auf weichem Untergrund.

DIE DIAGNOSE

Unsauberkeit nach Blasenentzündung mit Entwicklung einer Substratpräferenz gegenüber Textilien.

DIE THERAPIE

. . . empfiehlt „optimiertes Toilettenmanagement“. Erst mal: weg mit dem Deckel auf dem Katzenklo. Katzen hassen Deckel über ihrer Toilette. Die sind nur gut für Menschen, damit sie die Knüddel ihrer Stubentiger nicht sehen müssen. Katzen, die rausdürfen, setzen ihre Exkremente aufs offene Feld, gucken, ob ein Greifvogel kommt, wechseln zur Sicherheit den Ort und pinkeln woanders. Katzen hassen Klohäuschen auch, weil es dort für sie so streng riecht wie für Menschen, sagen wir, im Dixieklo. Noch ekliger ist für die Tiere nur noch ein gedeckeltes Klo mit parfümierter Katzenstreu.

Die Aufgabe für Maxis Frauchen lautete also: verschiedene Katzentoiletten ohne Deckel in der Wohnung aufstellen – überall, nur nicht im Bad. Außerdem ein mit Waschlappen oder Handtuchresten statt Streu ausgelegtes Klo. Maxi nahm den Köder an – und bekam danach jeden Tag eine kleine Schaufel Katzenstreu auf die textile Unterlage. So wurde sie langsam wieder an ihre Toilette mit Streu gewöhnt. Protokoll: Susanne Leimstoll

Dr. Ulrike Werner

(45) aus Zossen ist Tierärztin und Tierverhaltenstherapeutin mit mobiler Praxis. Auf dieser Seite schildert sie echte Fälle aus ihrem Alltag. Alle genannten Namen sind anonymisiert.

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