Berlin : Für das Shoppingcenter am Alex werden Straßen enger

Die Bagger rollen schon. Doch bevor das neue Einkaufszentrum entsteht, werden Alexanderstraße und Karl-Marx-Allee zurückgebaut

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Am Alexanderplatz beginnt die Bauzeit. Auf dem wegen seiner Form „Banane“ genannten Baufeld entlang der Alexanderstraße starten am Montag die Arbeiten für ein 300 Millionen Euro teures Einkaufs und Freizeitzentrum. Zunächst wird das jetzt noch als Parkplatz genutzte Areal frei gemacht und die Alexanderstraße verlegt. Im Oktober will der Investor, der portugiesische Einkaufscenter- Betreiber Sonae, die eigentliche Baugrube ausheben. „Ende 2006 werden wir die Türen öffnen“, kündigte Sonae-Vorstandsvorsitzende Ted Kupchevsky am Donnerstag an. Das geplante 150-Meter-Hochhaus wird Sonae nicht bauen, „das ist keine Aufgabe, die wir übernehmen“, so Kupchevsky weiter. Für den Turm wird noch ein Investor gesucht.

Am Montag starten die Bauarbeiter, um die Straße zwischen Jannowitzbrücke und Alexanderplatz zu verlegen. Anfang 2005 wird die Alexanderstraße für sechs Monate voll gesperrt. Ebenfalls 2005 soll auch die Karl-Marx-Allee zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Grunerstraße zurückgebaut werden. Der Starttermin für diese Bauarbeiten steht noch nicht fest. Geplant ist, dass die Alexanderstraße nur noch vier Fahrspuren hat. Die Karl-Marx-Allee wird sechs Fahrspuren behalten und bekommt einen Mittelstreifen, auf dem Bäume stehen. Auch die Gestaltung des Alexanderplatzes selbst mit neuem Pflaster und Laternen wird im kommenden Jahr begonnen.

Die Bauregie bei der Verlegung der Alexanderstraße führt die Wohnungsbaugesellschaft Degewo, die mit Sonae eine Grundstücksgesellschaft gegründet hat, um das „Banane“-Projekt (siehe Kasten) zu verwirklichen. Degewo-Vorstand Thies-Martin Brandt bezifferte die Kosten für den Neubau der Straße auf 80 Millionen Euro – die Summe soll sukzessive durch den Verkauf von Grundstücken auf der „Banane“ hereinkommen. „Das wird ein gutes Geschäft“, glaubt Brandt. Bis 2009 werde das Areal bebaut sein.

Mit dem Baustart an der „Banane“ hofft die Stadtentwicklungsverwaltung nun auf einen Schub für die anderen Projekte am Alexanderplatz. „Bis 2006 müssen alle Investoren angefangen haben, 2008 soll mit dem Bau der Hochhäuser begonnen werden“, erklärt Abteilungsleiter Christian Kuhlo. Dies sähen die Verträge zwischen dem Land und den Investoren vor. Sie sind allerdings stumpfe Schwerter, denn eine Strafe bei Nichterfüllung sehen sie nicht vor.

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