Berlin : Für die Frauen in Afghanistan sorgen

Annette Kögel

Für die Flüchtlinge in Afghanistan ist das alles unvorstellbar: Einfach den Wasserhahn aufdrehen, und schön heiß duschen, wenn man durchgefroren ist. Einmal an der Heizung drehen, und schon wird es warm. Heizung? Zuhause? Wie viele Menschen sind durch den Krieg obdachlos geworden, frieren bei Minusgraden fern der Heimat unter dünnem Stoff in Zeltlagern - wenn sie überhaupt eine Decke haben. Die Präsentation unserer zwölf Obdachlosenvereine, denen wir dank Ihrer Spenden, liebe Leser, helfen können, beschließen wir deshalb am Heiligen Abend mit der Vorstellung unseres zweiten Projektes für Menschen ohne Obdach in Afghanistan.

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Die neue Regierung in dem seit Jahrzehnten von Bürgerkriegen gezeichneten Land nimmt derzeit die Geschäfte auf. Internationale Hilfsorganisationen - wie die Deutsche Welthungerhilfe mit ihrer Vorsitzenden Ingeborg Schäuble - sind bereits seit Jahren im Land aktiv. Die Welthungerhilfe hat eine ganze Liste von Vorhaben in Afghanistan und Pakistan zur Hand. Ganz oben steht ein Projekt, das von der Europäischen Kommission in Herat unterstützt wird. Dieses Projekt wollen auch wir fördern.

Geholfen werden soll rund 10 000 Lagerbewohnern in Maslakh, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Viele Männer sind tot, vermisst, verletzt. "Wenn wir solchen Lagern helfen, helfen wir in allererster Linie den Frauen", sagt Simone Pott, stellvertretende Sprecherin der Deutschen Welthungerhilfe in Bonn. Denn sie sind es schon immer gewesen, die ihre letzten Kräfte darauf verwenden, den Alltag zu organisieren, Wasser zu holen, Nahrung zu besorgen. Simone Pott: "Wir wollen 40 Brunnen anlegen, 80 Waschplätze und 40 Latrinen, denn die Menschen müssen dort ja wohl noch Monate ausharren."

Wasserversorgung ist zugleich auch Gesundheitsprophylaxe. "Die Kinder müssen dringend häufiger gewaschen werden, weil sie anfälliger sind für Krankheiten, die durch Dreck und Kot übertragen werden", weiß die Sprecherin. Außerdem wollen die Helfer den Frauen sanft vermitteln, worauf es noch ankommen kann. "Die wenigsten wissen, dass sie das halbe Jahr eher nicht mehr schwanger werden, wenn sie ihre Kinder stillen würden." Behutsam muss man vorgehen in einem Land, in dem Frauen lange in Burkas versteckt wurden. Viele Frauen wollen sich auch heute noch nicht vom gewohnten Kleidungsstück trennen, weil sie sich ohne Schleier einfach nackt oder wie eine Prostituierte fühlen würden. Die Welthungerhilfe kennt die örtlichen und kulturellen Gegebenheiten. Sie will das Projekt im Februar mit einem neuen Mitarbeiter starten. Helfen Sie dabei. Frohe Weihnacht und Dank all unseren Spendern.

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