Berlin : Für die Katz

Andreas Conrad

Global betrachtet, ist die Artenvielfalt der Berliner Flohpopulation ein Witz. 1500 Arten der Plagegeister gibt es weltweit, in Mitteleuropa immerhin noch rund 70. Die deutsche Hauptstadt freilich, so ergab eine vor drei Jahren vorgelegte Langzeitstudie, hat nur acht Floharten zu bieten, vorneweg den Katzenfloh. Gleichwohl hat das Tierlein, dessen Possierlichkeit wohl nur von der Steinlaus übertroffen wird, hierzulande manchen klugen Geist inspiriert, man denke nur an E.T.A. Hoffmanns in Berlin verfasstes Märchen „Meister Floh“ und den hier alljährlich verliehenen Lern-Förderpreis „Der goldene Floh“. Ein zweiter Strang des hiesigen Kultur-und Gesellschaftslebens sind seit einiger Zeit die Langen Nächte – der Museen, der Wissenschaft, des Shopping. Der Trend verlangte nach neuen Anwendungsfeldern, da war es nur eine Frage der Zeit, wann zur Langen Nacht des Flohs, besser noch, wegen der Synergieeffekte: des Flohmarkts eingeladen würde. In der Nacht zu Sonntag war es so weit, in der Eisschnelllaufhalle in Hohenschönhausen. Für Verkäufer hat das nur Vorteile, denn bekanntlich sind nachts alle Katzen grau. Von den zahllosen Katzenflöhen ganz zu schweigen.

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