Für die Opfer rechter Gewalt : Um 12 Uhr schweigt Berlin

60 Sekunden lang soll heute um 12 Uhr der Opfer rechtsextremistischer Gewalttaten gedacht werden. Schulen und Unternehmen machen mit, Busse und Bahnen stehen still.

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Konzerthaus am Gendarmenmarkt: Hier findet die Gedenkveranstaltung für die Opfer des Neonazi-Terrors statt.
Konzerthaus am Gendarmenmarkt: Hier findet die Gedenkveranstaltung für die Opfer des Neonazi-Terrors statt.Foto: dapd

Gedenken allerorten

Deutscher Gewerkschaftsbund und Arbeitgeberverbände haben zu einer bundesweiten Schweigeminute aufgerufen, zeitgleich zur zentralen Gedenkveranstaltung des Bundes. Auch Berlin soll in Stille gedenken. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) forderte die Bürger zur Teilnahme auf. „Es geht darum, ein Zeichen gegen menschenverachtende rechtsextreme Gewalt zu setzen“, sagte Wowereit. Man müsse zeigen, „dass dieser Rechtsterrorismus in der Bevölkerung keinen Rückhalt hat“. Im weltoffenen Berlin „haben Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und Antisemitismus nichts zu suchen“. Die Mitarbeiter im Roten Rathaus sollen sich am Mittag am Hauptportal versammeln.

Auch Bahnen stehen still
BVG und S-Bahn wollen Züge, Busse und Trams an den Haltestellen verharren lassen. Stopps auf freier Strecke sind nicht vorgesehen. Per Lautsprecher soll auf den Bahnhöfen auf das Gedenken hingewiesen werden. Auch bei Polizei, Feuerwehr und Stadtreinigung BSR sollen die Beschäftigten innehalten. Die evangelische Kirche ruft ihre Gemeinden zum Mitmachen auf.

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Ein Thema für Schulen

In zahlreichen Schulen sollen Schüler und Lehrer schweigen. „Man muss diese Morde verurteilen und die Schweigeminute als Anlass nehmen, mit den Kindern über die Problematik zu reden“, sagte Michaela Stein-Kramer, Schulleiterin am Gymnasium Steglitz. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beteiligte sich am Aufruf.

Unternehmen machen mit

Energieversorger Vattenfall und Siemens haben die Mitarbeiter zur Teilnahme aufgefordert. Auch in den Vivantes-Krankenhäusern soll es um 12 Uhr eine Minute ruhig sein. Der RBB will seine Radio- und Fernsehprogramme unterbrechen. Das „Bündnis gegen Rassismus“ ruft zusätzlich um 10.30 Uhr zu einer Gedenkkundgebung gegen Rassismus in der Markgrafenstraße/Ecke Mohrenstraße in Mitte auf.

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