Berlin : Für die Polizei gibt es nur alte Räder Opposition beklagt schlechte Ausrüstung

Viele Berliner Polizisten würden gerne aufs Rad umsteigen – doch es gibt kein Material. Es fehlen gute Fahrräder und wetterfeste Kleidung, bemängeln die Polizeiexperten der drei Oppositionsparteien. CDU, FDP und Grüne fordern jetzt, zumindest eine vollständige Ausrüstung pro Dienstgruppe im Abschnitt anzuschaffen. Derzeit stehen nach offiziellen Angaben 106 „Ausstattungen Bekleidung“ und 380 Räder zur Verfügung. Doch zu sehen sind Beamte auf Rädern so gut wie kaum, wie auch leitende Beamte bestätigen. Die 380 Räder seien „größtenteils ungeeignet, nicht verkehrssicher und in erbärmlichem Zustand“, berichtete ein Beamter, der in der Direktion 1 als Radstreife in Reinickendorf unterwegs ist – auf seinem privaten Rad. Und die Ausstattung bestehe lediglich aus einer Hose und zwei Shirts, sagte der Beamte. Winter- oder regentaugliche Sachen und Schuhe gebe es nicht in der Kleiderkammer. „Es kann nicht sein, dass nur im Sommer das Rad genutzt wird“, kritisiert der CDU-Abgeordnete Peter Trapp.

Auch der Leiter des Abschnitts 27, Andreas Weiß, fordert „funktionalere Sachen“. So habe die offizielle Kleidung keine Taschen, sagte der Oberrat. Sein Abschnitt in Charlottenburg steht in einer Liste der Polizei ganz obenan. Die 14 Kollegen seien alle auch privat begeisterte Radfahrer, sagte Weiß. In den meisten der knapp 40 Berliner Abschnitte setzen sich nur ein oder zwei Beamte dienstlich aufs Rad, teilte das Präsidium gestern auf eine Anfrage der CDU mit.

Eingesetzt werden die Streifen vor allem gegen Radfahrer, sagte Weiß. Zudem seien radelnde Beamte leichter für den Bürger ansprechbar. Diese Argumente nennt auch Brandenburg, das Nachbarland ist jedoch einen ganz anderen Weg gegangen. In mehreren Städten gibt es Polizisten, die ausschließlich im Dienst Rad fahren, in Potsdam zum Beispiel sind es sechs . Sie sind deshalb weit öfter im Stadtbild zu sehen als in Berlin. Ha

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