Berlin : Für drei Bahnstrecken neue Betreiber gesucht

Auch private Unternehmen können sich bewerben

Klaus Kurpjuweit

Potsdam - Für drei Bahnstrecken suchen der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und das Infrastrukturministerium in Potsdam neue Betreiber: Die Strecken der RB 33 (Berlin-Wannsee–Jüterbog), RB 35 (Fürstenwalde–Beeskow) und RB 51 (Brandenburg/Havel–Rathenow) sind europaweit ausgeschrieben worden. Derzeit fahren hier noch Züge der Bahn AG, doch der Vertrag mit ihr läuft aus. Jetzt können sich auch andere Unternehmen darum bewerben.

Der neue Betreiber soll den Betrieb zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember aufnehmen. Der Vertrag gilt nur zwei Jahre, weil die Strecken dann im Paket zusammen mit anderen erneut ausgeschrieben werden sollen, wie Lothar Wiegand vom Infrastrukturministerium sagte. 2012 sind dann auch die Regional-Express-Linien an der Reihe.

In Brandenburg sind bereits mehrere Konkurrenten der Bahn unterwegs, nachdem der Konzern Ausschreibungen verloren hatte. Auf Strecken östlich von Berlin fährt die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (ODEG); zwischen Berlin-Lichtenberg und dem polnischen Kostrzyn (Küstrin) sowie auf der sogenannten Heidekrautbahn von Berlin-Karow nach Groß Schönebeck und Wensickendorf sind Züge der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) unterwegs, die zum französischen Veolia-Konzern gehört.

In den vergangenen Monaten hatten Brandenburgs Infrastrukturministerium und der Verkehrsverbund die Bahn heftig kritisiert. Das Land wirft dem Konzern vor, zu hohe Gebühren für das Halten der Züge in den Bahnhöfen zu verlangen. Die aufsichtsführende Bundesnetzagentur prüft derzeit die Preisgestaltung. Der VBB wirft der Bahn vor, die Strecken nicht ausreichend in Schuss zu halten.

Nach VBB-Zählungen können Züge auf 16 Prozent der Strecken nicht mit der vorgesehenen Geschwindigkeit fahren, weil es Mängel gibt. Die Bahn weist dies zurück und wirft dem VBB vor, falsch zu zählen. Die Bahn unterscheidet nämlich fein zwischen „zeitweisen“ und „dauerhaften Infrastruktureinschränkungen“ – bei diesen sind die Geschwindigkeitsreduzierungen bereits im Fahrplan berücksichtigt. Dazu gehören auch Mängel an den Gleisanlagen, die nach Bahnangaben „erst nach umfangreichen Baumaßnahmen beseitigt werden können.“Klaus Kurpjuweit

0 Kommentare

Neuester Kommentar