Berlin : Für elf Schwimmbäder rückt das Aus näher

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Manfred Radermacher rechnet "noch mit Wundern". Der Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) hält es nicht für ausgemacht, dass der Aufsichtsrat der BBB bei seiner Sitzung am 13. Februar jene elf Schwimmbäder schließt, die im Anhang der Koalitionsvereinbarung von SPD und PDS aufgeführt sind. Dabei handelt es sich, wie berichtet, um die Stadtbäder Wedding, Steglitz und Charlottenburg (Krumme Straße, Alte Halle), die Hallen an der Wolfshagener, an der Rudolf-Seifert- und der Weinstraße, sowie die Bäder an der Wuhlheide, in der Cité Foch, am Hüttenweg und auf dem Olympia-Gelände, das gegenwärtig nur von den Wasserfreunden Spandau 04 und der Poelchau-Sportoberschule genutzt wird. Auch die Schwimmhalle im Sportforum Hohenschönhausen soll geschlossen werden, wenn es nicht gelingt, die Personalkosten um die Hälfte zu senken.

Radermacher will sich zu dieser Liste nicht äußern. Dabei beruhe sie auf Zahlen und Berechnungen, die die BBB selbst geliefert haben, sagt Karin Seidel-Kalmutzki, die sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Berlins Schwimmstätten seien nach ihren Besucherzahlen, den Betriebsergebnissen und dem Investitionsbedarf verglichen worden, dazu sei die regionale Verteilung berücksichtigt worden. Die elf Hallen der Liste sind die mit den ungünstigsten Werten. Und am Beschluss, sie zu schließen, werde sich nach Kalmutzkis Worten "insgesamt nicht mehr viel ändern". Lediglich im Einzelfall könne es noch Änderungen geben; so wollten die Wassserfreunde Spandau 04 Vorschläge machen, die sehr hohen Betriebskosten des Olympia-Bades zu senken.

Auch Thomas John, der Sprecher von Sportsenator Klaus Böger (SPD), welcher dem Aufsichtsrat der BBB vorsitzt, sagt: "Es werden einige Bäder aufgegeben" - und es laufe darauf hinaus, das es die in der Liste aufgeführten sein werden. Die Entscheidung treffe aber der Aufsichtsrat.

Große Einsparungen wird die Schließung aber nicht ergeben. Es gehe vielmehr darum, das vorhandene Geld "vernünftiger zu nutzen", sagt Seidel-Kalmutzki. Rund 40 Millionen Euro schießt das Land jährlich zu. Der Aufsichtsrat werde ein "Gesamtkonzept zur Zukunft und Konsolidierung" der BBB beschließen, das gegenwärtig vom Bäder-Chef Klaus Lipinski erarbeitet werde, sagte John.

Unklar ist, was mit den geschlossenen Hallen geschehen soll. BBB-Sprecher Radermacher sagt, "dann bleibt uns nichts, als den Schlüssel umzudrehen. Die Gebäude fallen an Berlin als Eigentümer zurück." Die Bezirke müssten für weiter anfallende Betriebskosten aufkommen. Das Personal müsste vom Land übernommen werden.

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