Für Genussmenschen und Genießer : Mehr Schoko geht nicht

Berlin hat jede Menge leckere Läden, neue und neu zu entdeckende. Einer davon ist Belyzium - ein Geschäft, dessen Macher die Kakaobohne zelebrieren

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Alchimist und Evangelist. Eike Philipps (links) entwirft Neukreationen, Klaus Boesl verbreitet die Lehre von der Wertschöpfung.
Alchimist und Evangelist. Eike Philipps (links) entwirft Neukreationen, Klaus Boesl verbreitet die Lehre von der Wertschöpfung.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Nase kriegt nicht genug vom Duft aus der Tasse, der Mund will was abhaben. Ein Schluck – pures Kakao-Aroma, die Idee wunderbarer, dunkelster Schokolade umhüllt, erfüllt alle Geschmacksnerven. Schnüffeln, schlürfen, nicht aufhören. So sinnlich ist ein Tee, aufgegossen aus Kakaoschalen. 16 Gramm auf einen Liter, 80 Grad heißes Wasser, fünf Minuten ziehen lassen. Eines der Geheimnisse von „Belyzium“: Sie verwerten fast alles vom Kakaobaum. Der Rohstoff stammt von einer Kooperative in Belize, Zentralamerika, Mayas erwirtschaften kleine Mengen, die Pflanzen wachsen ungehindert und verdichten dort den Urwald. Gründer Andrei Shibkov aus Kalifornien organisiert das Projekt. In Berlin rösten, promoten, probieren, produzieren Eike Philipps und Klaus Boesl im kleinen Ladencafé in Mitte.

Das Kerngeschäft ist Schokolade – gekühlte, die bei 18 Grad schmilzt und die Sinne in Schokotrance versetzt. Haltbarere, die, hübsch verpackt, ihren Schmelzpunkt bei 28 Grad hat. 78 bis 100 Prozent Kakaoanteil, 17 Prozent Rohrzucker, ein kleiner Anteil zusätzlicher Kakaobutter. Keine Milch. „Nicht nötig. Der ganze Geschmack ist ja schon in der Kakaobohne“, sagt Klaus Boesl, früher in der IT-Branche, jetzt Kakaospezialist im sich ständig entwickelnden Projekt Belyzium. Jeder in der Kernmannschaft kennt die Produktion, weiß, was Fermentierung kann, wie geröstet wird, wie der Vertriebsweg aussieht.

Ihre Schokolade ist ungewöhnlich, sie lässt die Kakaofrucht schmecken – säuerlich erst, dann herb, dunkel, nachhaltig. Davon isst man allenfalls zwei, drei Stückchen. Schokoladenhunger gestillt. Es folgt ein wunderbares Gefühl von Zufriedenheit. Das gilt für alle Produkte: Brotaufstrich, Muffins, das Eis mit Crunch, den mit Kakaoschalen aromatisierten Rum. Eike Philipps, Koch und nun Chocolatier, tüftelt in der kleinen Schauküche an Top-Produkten, dunkler Mousse, neuen Tartes, einem Erfrischungsgetränk. Nie Mainstream, ein Traum für Feinschmecker. Susanne Leimstoll

Belyzium. Lottumstr. 15, Mitte. www.belyzium.com

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