Für jeden etwas : Ehrenamt und Stiftungen stellen sich vor

Vereine werben um Ehrenamtliche, Stifter stellen sich vor: Das bieten die Berliner Freiwilligenbörse und die Stiftungswoche. In den nächsten Tagen gibt es jede Menge zu erleben.

von und Manuel Opitz

Ob Jugendliche in Gefängnissen betreuen, Konzerte mitorganisieren oder Gärten neu bepflanzen – die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich in Berlin zu engagieren, sind vielfältig. Rund 20 000 Vereine und Stiftungen sind in der Stadt tätig. In den nächsten Tagen bieten gleich zwei Veranstaltungen einen Überblick und regen zum Mittun an: Die Berliner Stiftungswoche vom 17. bis 27. April und die Berliner Freiwilligenbörse am 21. April. Zu diesen Events werden wieder viele engagierte Berliner erwartet.

Das Motto der 3. Berliner Stiftungswoche mag auf Anhieb etwas sperrig klingen. Es geht offiziell um „Die Rolle von Stiftungen als Förderer, Akteure und Moderatoren gesellschaftlicher Beteiligungsprozesse“. Damit könnte die konstruktive Version eines Wutbürgers gemeint sein – oder auch jemand, der die Welt, in der er lebt, so mitgestalten möchte, dass sie immer besser wird. Schirmherrin Christina Rau drückt es so aus: „Die reiche Berliner Stiftungslandschaft zeigt die Vielfalt der Ideen, mit denen wir, die Bürger, immer wieder neue Ideen zum Wohle des gemeinsamen Ganzen entwickeln.“

Vom 17. bis 27. April schafft die Woche nun eine Bühne für Workshops, Projekte und Plattformen. Mehr als 100 Veranstaltungen gibt es, die sich mit ganz unterschiedlichen Themen befassen, mit dem richtigen Umgang mit Armut, mit der Artenvielfalt in Berliner Vorgärten oder der kindgerechten Vermittlung von Naturwissenschaften. Initiiert wurde die Woche, die in diesem besonderen Fall zehn Tage hat, vom Bundesverband Deutscher Stiftungen und der Stiftung Zukunft Berlin.

Der SPD-Politiker Peer Steinbrück wird am 24. April die erste Berliner Stiftungsrede halten. Im Rahmen der Hauptstadtrede spricht der tschechische Botschafter zum Thema „Berlin und Prag – Was können Städte für Europa leisten“.

Mit Sinn-Stiftung befasst sich ein Workshop unter dem Titel „Burn for statt Burn out – Was macht für mich Sinn?“ Im Rahmen der Woche gibt es auch eine Agora auf einem Schiff mit „Fließendem Klassenzimmer“ und spezielle Angebote für Kinder, zum Beispiel eine Schnitzeljagd durch die Gerhard-Richter-Ausstellung. Für die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Berlin, Heike Maria von Joest, sind Zeit- und Geldspender auch wichtig, um jungen Menschen Chancen mitzugeben für ihren Lebensweg.

Einen ganzen Tag rund ums Ehrenamt, das bietet die Freiwilligenbörse am Sonnabend, 21. April. Im Wappen- und Säulensaal des Roten Rathauses stellen zwischen 11 und 17 Uhr mehr als 100 Vereine und Projekte ihre Arbeit vor, darunter das Technische Hilfswerk (THW), die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Landessportbund Berlin. Besucher können sich an Ständen von Verantwortlichen beraten lassen, welches Engagement zu Wünschen, Fähigkeiten und Kenntnissen passt. Infos gibt es auch über Weiterbildungsmöglichkeiten und Voraussetzungen für die Ehrenämter. Außerdem begleiten Börsen-Lotsen Interessierte persönlich durch die Messe. Veranstaltet wird sie von der Landesfreiwilligenagentur Berlin und dem Landesnetzwerk Bürgerengagement „aktiv in Berlin“.

Über die gemeinnützigen Organisationen vor Ort sagt Carola Schaaf-Derichs von der Landesfreiwilligenagentur Berlin, die 100 Stände der Börse seien „mit internationalen, kulturell vielfältigen und neuen Angeboten besetzt“ worden. Damit meint sie auch Projekte wie die Interkulturelle Freiwilligenagentur (IKFA), die mehr Menschen mit Migrationshintergrund für Ehrenämter gewinnen möchte. Die Organisation Humana, People to People dagegen sucht Freiwillige, die sich für Entwicklungshilfe engagieren möchten – auch im Ausland.

So heißt das Motto der Börse in diesem Jahr „Engagement öffnet Welten.“ Schließlich treffen über ehrenamtliche Tätigkeiten häufig Menschen unterschiedlicher Kulturen und Altersgruppen aufeinander. „Wer sich freiwillig engagiert, stiftet immer auch Begegnungen, die Fremdes vertrauter machen und Toleranz fördern – eine wichtige Grundlage für ein buntes Berlin“, sagt Schaaf-Derichs. 2011 kamen zur Freiwilligenbörse rund 2600 Besucher ins Rote Rathaus. Sie findet bereits zum fünften Mal statt.

Berliner Freiwilligenbörse und Stiftungswoche: Freiwilligenbörse am 21. April im Wappen- und Säulensaal des Roten Rathauses, Rathausstraße 15, 10178 Mitte, 11–17 Uhr. Infos im Internet: www.berliner-freiwilligenboerse.de, Telefon 20 45 06 36. Eintritt frei. Die Stiftungswoche im Internet: www.berlinerstiftungswoche.eu. Infos am Telefon: 263 92 29 20 (Mo–Fr. 10–15 Uhr).

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